Pressemeldungen September 2026
„Cool Down Klagenfurt“: Hälfte der Parkgebühren aus der Ostbucht soll in Hitzeschutz fließen
Klagenfurt zählt zu den am stärksten von Hitze betroffenen Städten Österreichs. Im heurigen Sommer herrschten in Klagenfurt teilweise Temperaturen zwischen 36 und 38 Grad. Anfang September wurden tageweise noch immer mehr als 30 Grad gemessen.
Besonders ältere Menschen und Personen, die zu vulnerablen Gruppen gehören, leiden unter der Hitze. Damit wird die zunehmende Hitze nicht nur zu einem Umweltproblem, sondern auch zu einem Gesundheits- und Infrastrukturproblem. Durch entsprechende Investitionen sollen Maßnahmen umgesetzt werden, welche die Lebensqualität der Klagenfurter im Sommer unmittelbar verbessern.
Das soll künftig mit der Initiative „Cool Down Klagenfurt“ möglich sein. Stadtentwicklungsreferent Vizebürgermeister Ronald Rabitsch und Klima- und Umweltschutzreferent Vizebürgermeister Patrick Jonke stellten die Details des Projekts vor.
Der Plan sieht vor, 50 Prozent der Einnahmen aus den Parkgebühren in der Klagenfurter Ostbucht zweckgebunden für konkrete Hitzeschutzmaßnahmen und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu verwenden.
Der sogenannte Hitzeschutzfonds soll dabei auf bestehende Strukturen wie den stadteigenen Verein Climate Funds Klagenfurt und die stadteigene IPAK GmbH zurückgreifen. Ziel ist, dass sich Klagenfurt bis 2030 zu einer hitzestabilen und klimaresilienten Stadt entwickelt.
„Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt soll auch an heißen Tagen gewährleitstet sein – das wiederum wirkt sich positiv auf die Innenstadtfrequenz und die lokale Wirtschaft aus“, erklärt Stadtentwicklungsreferent Ronald Rabitsch.
„Mit der Initiative können wir den Spitzentemperaturen entgegentreten und abfedern – zum einen ist es sinnvoll für die Wirtschaft, in erster Linie wollen wir aber die Menschen unterstützen, bis 2030 sollen konkrete Maßnahmen gesetzt werden, um die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu verbessern“, ergänzt Klima- und Umweltschutzreferent Patrick Jonke.
Für „Cool Down Klagenfurt“ ist eine Reihe konkreter Maßnahmen vorgesehen. An bekannten Hitzehotspots im Stadtgebiet sollen Bäume gepflanzt und das Schwammstadtprinzip umgesetzt werden. Ein besonderer Fokus soll auf Schulwegen, Rad- und Gehwegen, Plätzen, Parkplätzen, Innenhöfen und Bereichen mit dicht aneinander gebauten Gebäuden liegen.
Bis 2030 sollen mindestens 1.000 neue Bäume in Klagenfurt gepflanzt werden. Laut den bei der Präsentation genannten Angaben bewirkt ein Baum eine um zwölf Grad geringere Umgebungstemperatur.
Auch private Innenhöfe sollen gefördert werden. Weitere vorgesehene Maßnahmen sind die Entsiegelung hart bebauter Flächen, Begrünung, kühlende Gestaltung und die Installation von Trinkwasserbrunnen. In Schulen, Pflegeheimen und Amtsgebäuden sind Klimatisierung und passive Kühlung vorgesehen. Außerdem sollen sogenannte konsumfreie „Cool Spots“ eingerichtet werden.
Bei Neugestaltungen und Sanierungen öffentlicher Plätze sollen diese Punkte als mögliche Maßnahmen in die Planung einfließen.
Was wann und wie umgesetzt werden soll, wird von einem interdisziplinären Gremium unter der Leitung der Abteilung Stadtplanung festgesetzt. Dem Gremium gehören Vertreter der Abteilungen Stadtplanung, Klima- und Umweltschutz, Stadtgarten, Soziales sowie Straßenbau und Verkehr an.
Nach genauen Statuten soll das Gremium erarbeiten, welche Maßnahmen wann konkret gesetzt werden. Diese werden anschließend dem Klagenfurter Stadtsenat zur Beschlussfassung vorgelegt.
DI Robert Piechl, Leiter der Abteilung Stadtplanung, verweist dabei auch auf das Stadtentwicklungskonzept: „Wir stehen kurz vor Beschlussfassung des Stadtentwicklungskonzeptes, eines der zentralen Leitziele des STEK ist die Begrünung. Das ging auch aus der Befragung der Bevölkerung zum neuen STEK eindeutig hervor“.
Dr. Wolfgang Hafner, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltschutz, verweist auf die weitere Entwicklung der Temperaturen und die Folgen für die Bevölkerung.
„Der Klimawandel ist längt in Klagenfurt angekommen, ist deutlich mess- und spürbar. Prognosen für 2085 zeigen ein Temperaturplus von 6,4 Grad – es wird noch wärmer, daher müssen wir jetzt aktiv werden. Mehr Hitzetage, mehr Sommertage, längere Trockenperioden – das hat Auswirkungen auf die Bevölkerung – für vulnerable Gruppen ist das auf jeden Fall gesundheitsgefährdend – daher das Projekt Cool Down, damit öffentliche Plätze kühle Zonen haben“, sagt Dr. Wolfgang Hafner.
Die für den Hitzeschutzfonds vorgesehenen 50 Prozent der Parkgebühren in der Ostbucht werden mit durchschnittlich 600.000 Euro bemessen. Der Fonds ist so konzipiert, dass er auch mit anderen Geldern ergänzt werden kann. Genannt werden Fördergelder und private Gelder.
Neben Bäumen und zusätzlichen Grünflächen sollen auch andere Maßnahmen zum Einsatz kommen.
„Bäume, mehr Grünraum etc. sind optimale Varianten, es werden aber trotzdem auch Klimaanlagen und andere Beschattungsmaßnahmen notwendig sein. Die Abteilung Facility Management hat hier beispielsweise bereits ein Konzept für Schulen ausgearbeitet“, informiert Rabitsch abschließend.
Vizebürgermeister Ronald Rabitsch und Vizebürgermeister Patrick Jonke werden den Antrag zur Beschlussfassung von „Cool Down Klagenfurt“ in der morgigen Stadtsenatssitzung einbringen.
Foto: SK/Zangerle