Pressemeldungen September 2026
Heißester Sommer der Messgeschichte: 55 Hitzetage in Kärnten
Hitze und Trockenheit prägten den meteorologischen Sommer 2026 in Österreich. Die durchschnittliche Lufttemperatur lag 2,6 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020 und sogar 4,4 Grad über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Mehr als 100 Messstationen der GeoSphere Austria verzeichneten neue Temperaturrekorde.
Österreichweit wurde am 5. August mit 41,2 Grad in Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich die höchste jemals gemessene Temperatur registriert. Bereits Ende Juni war erstmals in einem Juni die 40-Grad-Marke erreicht worden. Kärnten war dabei das einzige Bundesland, in dem kein neuer Juni-Temperaturrekord aufgestellt wurde.
Über den gesamten Sommer war die Hitze in Kärnten jedoch besonders ausgeprägt. Ferlach und St. Andrä im Lavanttal kamen auf jeweils 55 Hitzetage, also Tage mit mindestens 30 Grad. Gemeinsam mit Bad Deutsch-Altenburg waren das die höchsten Werte in ganz Österreich.
An insgesamt 157 Wetterstationen wurde ein neuer Rekord bei der Zahl der Hitzetage verzeichnet. Unter 500 Metern Seehöhe gab es österreichweit durchschnittlich 42 Hitzetage und damit rund 170 Prozent mehr als im Klimamittel. Zwischen 500 und 1.000 Metern wurden durchschnittlich 27 Hitzetage gezählt, viermal so viele wie in einem normalen Sommer.
„Um die Temperaturverhältnisse des Sommers 2026 in die Klimatologie Österreichs einzuordnen, ist es mittlerweile schwer geworden, die richtigen Adjektive zu finden. Außergewöhnlich, extrem oder nie dagewesen waren sowohl die Maxima der Tageshöchst- und Tagestiefstwerte, die Länge der Hitzewellen, die Folge an Hitzetagen, die Anzahl an Hitzetagen, an sehr heißen Tagen und an Tropennächten sowie die geringe Anzahl an Frosttagen im Hochgebirge“, bilanziert GeoSphere-Klimatologe Alexander Orlik.
Neben der Hitze war die Trockenheit ein bestimmendes Merkmal des Sommers. Österreichweit fiel rund ein Drittel weniger Niederschlag als üblich. Damit zählt der Sommer 2026 zu den fünf niederschlagsärmsten seit Beginn der Messungen im Jahr 1858.
Verschärft wurde die Situation durch den bereits sehr trockenen Frühling. „Was das Niederschlagsdefizit des Sommer 2026 jedoch so dramatisch macht, ist der vorangegangene Frühling, der um rund die Hälfte weniger Niederschlag brachte“, erklärt Orlik.
Die extreme Hitze und trockene Luft erhöhten zusätzlich die Verdunstung. Die Folgen waren trockene Böden und niedrige Pegelstände in Flüssen. In den ersten acht Monaten eines Jahres fiel laut GeoSphere Austria seit Beginn der 169-jährigen Messreihe noch nie so wenig Niederschlag. Einzelne Starkregenereignisse konnten das Defizit kaum ausgleichen.
Der Sommer 2026 führt damit die österreichische Liste der heißesten Sommer an. Auffällig ist auch die langfristige Entwicklung: Alle zehn wärmsten Sommer der Messgeschichte traten im 21. Jahrhundert auf.
Foto: Symbolbild