Pressemeldungen Juni 2026
Mobilität in Klagenfurt: Bürger wünschen mehr Radwege und besseren Busverkehr
Wie soll sich Mobilität in Klagenfurt künftig entwickeln? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer großen Online-Befragung der Stadt Klagenfurt, an der sich von Ende April bis Ende Mai mehr als 1.300 Bürger beteiligt haben. Die Ergebnisse wurden am Dienstag in der Stadtsenatssitzung präsentiert.
Die Umfrage ist Teil des sogenannten SUMP, des Sustainable Urban Mobility Plan, mit dem Klagenfurt seit Ende Jänner an einer langfristigen Strategie für nachhaltige Mobilität arbeitet. Beteiligt sind die Abteilungen Klima- und Umweltschutz, Stadtplanung, Straßenbau und Verkehr sowie Mobilitätsexperten.
Dr. Alex Neumann, Geschäftsführer der für die Umsetzung verantwortlichen Firma netwiss OG, betont: „Die Zahl von über 1.300 Teilnehmern sind ein enorm guter Wert – ein Umfang und Engagement, das sich manche Millionenstadt in Europa wünschen würde. Ebenso zeigt die hohe Qualität der Antworten das große Interesse der Klagenfurterinnen und Klagenfurter am Thema Mobilität.“
Auch Dr. Wolfgang Hafner, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltschutz, sieht in den Ergebnissen ein klares Signal: „Die Umfrage zeigt, dass nachhaltige Mobilität und attraktive Alternativen zum PKW nicht nur Forderungen von Mobilitätsexperten sind, sondern auch den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen.“
Die Befragung zeigt laut Stadt ein klares Bild: Die Gesamtzufriedenheit mit der aktuellen Mobilitäts- und Verkehrssituation in Klagenfurt wurde eher moderat bewertet. Viele Teilnehmer sehen Verbesserungsbedarf. Besonders wichtig sind ihnen sichere Wege für Fußgänger, eine attraktive Radinfrastruktur, ein hochwertiger öffentlicher Verkehr sowie mehr Grünflächen und Bäume.
Beim wahrgenommenen Handlungsbedarf liegt die Förderung des Radverkehrs in Klagenfurt an erster Stelle. Danach folgen der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Auch eine autofreie beziehungsweise verkehrsberuhigte Innenstadt wurde häufig genannt.
Für Stadträtin Sandra Wassermann, Referentin für Mobilität und öffentlichen Personennahverkehr, sind die Ergebnisse ein Auftrag für weitere Verbesserungen: „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass viele Anliegen der Bürgerinnen und Bürger bereits erfolgreich umgesetzt werden konnten. Dazu zählen etwa der Radweg-Lückenschluss in Mageregg Richtung Maria Saal sowie die Einführung des 10-Minuten-Taktes auf mehreren Buslinien. Darauf möchte ich aufbauen. Mein Ziel ist es, eine vierte Buslinie im 10-Minuten-Takt einzuführen und die Stadtteile Wölfnitz und Emmersdorf noch besser an das öffentliche Verkehrsnetz anzubinden. Auch die Fahrgast-Zahlen der Koralmbahn zeigen, dass wir mit dem Ausbau des ÖPNV auf dem richtigen Weg sind. Die Stadt investierte 2025 in den Busverkehr rund 17 Millionen Euro. Moderne Mobilität bedeutet auch, allen Klagenfurterinnen und Klagenfurtern attraktive, sichere und verlässliche Busverbindungen anzubieten.“
Auch Vizebürgermeister Ronald Rabitsch, Stadtplanungs- und Stadtentwicklungsreferent, sieht in der Umfrage ein klares Signal für die Weiterentwicklung der Stadt: „Die Menschen wünschen sich eine Stadt mit noch mehr Lebensqualität, attraktiven Plätzen und einem modernen Mobilitätsmix. Spitzenwerte für die Neugestaltung des öffentlichen Raumes in der Innenstadt beweisen, wie groß die Vorfreude auf begrünte, lebendige Zentren ist. Unser klarer Auftrag ist es nun, sichere Fuß- und Radwege sowie den öffentlichen Verkehr so stark auszubauen, dass der Umstieg leichtfällt und alle ob zu Fuß, am Rad oder im Auto entspannt ans Ziel kommen. Diesen Weg gehen wir jetzt Schritt für Schritt.“
Besonders großes Interesse gab es auch bei der sogenannten 2-Millionen-Euro-Frage. Mehr als 900 Personen beantworteten ausführlich, wofür sie ein fiktives Budget von zwei Millionen Euro im Bereich Mobilität verwenden würden. Rund 30 Prozent der Nennungen entfielen auf den Ausbau und Lückenschlüsse im Radwegenetz. Dahinter folgen Verbesserungen im öffentlichen Verkehr mit 17 Prozent sowie Maßnahmen für eine autofreie oder verkehrsberuhigte Innenstadt mit 16 Prozent.
Unter zehn konkreten Projekten erhielt die Neugestaltung des Heiligengeistplatzes in Klagenfurt die höchste Priorität. Danach folgen die Bahnhofstraße zwischen Hauptbahnhof und Ring sowie die Ausweitung der Fußgängerzone. Die Klagenfurter Ostspange landete in der Priorisierung auf dem letzten Platz.
Laut Gesamtfazit der Auswertung zeigt die SUMP-Online-Befragung ein klares Bild einer Stadt, die beim Thema Mobilität an einem Wendepunkt steht. Die Zufriedenheit ist moderat, der Handlungsbedarf wird breit wahrgenommen und die Prioritäten sind klar: Radverkehr, öffentlicher Verkehr und Aufenthaltsqualität stehen im Mittelpunkt.
Die vollständigen Ergebnisse der SUMP-Onlinebefragung „Mobilität in Klagenfurt gemeinsam weiterdenken“ sind auf der Website der Stadt Klagenfurt unter www.klagenfurt.at/sump abrufbar.
Download: Ergebnisse und Auswertung der Umfrage
Foto: Mein Klagenfurt