Pressemeldungen August 2026
Insel Klagenfurt im arktischen Eis wird zum Kunstprojekt
Mehr als 3.000 Kilometer von Kärnten entfernt gibt es noch ein zweites Klagenfurt: Während der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition von 1872 bis 1874 wurde eine Insel im arktischen Franz-Josef-Land nach Klagenfurt benannt. Diese ungewöhnliche historische Verbindung wird nun Ausgangspunkt eines neuen Kunstprojekts.
„Von Klagenfurt nach Klagenfurt – Dialogisch den Horizont expandieren“ ist eines von zwei Siegerprojekten des vierten Open Calls der Kärntner Kulturstiftung (KKS) für die Jahre 2027 und 2028. Präsentiert wurden die beiden ausgewählten Projekte am Donnerstag in der Zentrale der Kärntner Sparkasse in Klagenfurt.
Hinter dem Projekt stehen die Künstlerin Nicole Six aus Vöcklabruck und der Künstler Paul Petritsch aus Friesach, die bereits seit 1997 gemeinsam arbeiten. Zusammen mit der britischen Kuratorin Jeanette Pacher wollen sie das Klagenfurt in Kärnten und die arktische Insel künstlerisch miteinander verbinden. Geplant sind Gespräche, Fotografien, Klänge, Karten und Reiseberichte. Den sichtbaren Auftakt soll eine große Bodenzeichnung des Franz-Josef-Landes im öffentlichen Raum in Klagenfurt bilden.
„Wir wollen neue Räume für den Dialog eröffnen und zeigen, wie aus scheinbar weit voneinander entfernten Orten Austausch und neue Perspektiven entstehen können“, erklären Nicole Six und Paul Petritsch.
Insgesamt wurden 64 Projekte aus ganz Österreich und unterschiedlichen Kunstsparten eingereicht. Als zweites Siegerprojekt wurde „Resonanz der Gezeiten – Ein Kärntner HolzOval im Dialog mit der Welt“ ausgewählt. Die Architekten und Forscher Stefan Breuer und Sebastian Hicks planen dafür ein mobiles Holzoval, dessen Wände aus 108 Faltstühlen bestehen. Jeder Stuhl ist gleichzeitig Sitzplatz und Einladung zum Zuhören, Mitreden und Mitgestalten.
Das Holzoval soll an verschiedenen Orten in Kärnten zum Einsatz kommen, unter anderem beim Forum Anthropozän in Heiligenblut. Bis 2028 sind Gespräche, künstlerische Beiträge und öffentliche Veranstaltungen zu ökologischen, sozialen und digitalen Veränderungen geplant.
„Wenn Menschen zusammenkommen, fallen die Wände. Dann ist Kärnten nicht Peripherie, sondern der Ort, an dem der Dialog beginnt“, so Stefan Breuer und Sebastian Hicks.
Die Kärntner Kulturstiftung unterstützt die beiden Projekte mit insgesamt 140.000 Euro. Dem Auswahlgremium gehörten Barbara Putz-Plecko, Bruno Strobl, Julia Schuster und Cvetka Lipuš an.
Kulturreferentin Gaby Schaunig erklärte bei der Präsentation in der Kärntner Sparkasse: „Die beiden ausgewählten Projekte schaffen spannende künstlerische Impulse, die weit über Kärnten hinauswirken können. Ich freue mich sehr auf ihre Umsetzung.“
KKS-Vorstandsvorsitzende Monika Kircher verwies auf die große Beteiligung am Open Call. Die beiden Siegerprojekte hätten mit innovativen Konzepten, großer künstlerischer Qualität und ihrem Potenzial für eine breite öffentliche Wirkung überzeugt.
Foto: Büro Schaunig