Am Donnerstagabend, 5. November, wurde im Klagenfurter Stadthaus der 19. Kärntner Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt verliehen. Den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis gewann die slowenische Lyrikerin Mag. Dr. Vera Wutti-Incko aus Ferlach. Die pensionierte AHS-Lehrerin erhielt neben dem Preisgeld eine von der HTL Ferlach angefertigte goldene Feder und eine Urkunde, überreicht von Stadtwerke-Vorstand Dipl.-Ing. Erwin Smole.
„Beim Schreiben spüre ich sofort eine gewisse Leichtigkeit in mir und die Lust am Formulieren“, erzählte die Preisträgerin bei der Verleihung. Sie erinnerte sich auch an ihre Kindheit, als ihre Mutter ihr Geschichten vorlas. Außerdem kündigte Wutti-Incko ihren ersten zweisprachigen Lyrikband an.
Der zweite Platz und 1.500 Euro gingen an die Klagenfurter Landesjuristin Mag. Dr. Anna Wöllik. Sie bezeichnete sich selbst als „heimlich Schreibende“, die bemerkenswerte Erlebnisse und Gedanken vor allem für sich selbst festhält, ähnlich wie in einem Tagebuch.
Den dritten Platz belegte der gebürtige Klagenfurter Valentin Veratschnig, der heute in Wien lebt und als Lebens- und Sozialberater tätig ist. Er erhielt 800 Euro.
Alle drei Preisträger präsentierten bei der Veranstaltung Auszüge aus ihren Werken.
Neben den drei Hauptpreisen wurden weitere Autoren für ihre literarischen Arbeiten ausgezeichnet.
Fünf Klagenfurter Autoren wurden außerdem mit Ehrenurkunden und Buchhandelsgutscheinen gewürdigt: Klaus Oberrauner, Anna Kohlweis, Univ. Prof. Anne Sophie Meincke, Dagmar Cechak und Michael Kuscher.
Zwei zusätzliche Auszeichnungen würdigten das Lebenswerk beziehungsweise besondere literarische Verdienste.
Die Schriftstellerin Mag. Simone Schönett aus Wernberg, die bereits 2014 den Kärntner Lyrikpreis gewonnen hatte, erhielt den mit 3.000 Euro dotierten Preis der Landeskulturabteilung.
Der Preis der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt für das Lebenswerk ging an die Villacher Schriftstellerin Sieglind Demus. Diese Auszeichnung wurde heuer in ihrer Höhe verdoppelt.
Der zweisprachige Literaturwettbewerb erfreut sich weiterhin großer Beteiligung. Moderator und Initiator Dr. Harald Raffer berichtete: „Heuer beteiligten sich über 120 deutsche und slowenische Wortakrobaten. Es gab aber auch schon 250 Einreichungen, darunter Bewerbungen von gebürtigen Kärntnern aus den USA oder Australien“.
Die eingereichten Werke wurden von einer unabhängigen Jury anonym bewertet. Den Vorsitz hatte Dr. Günter Schmidauer. Weitere Jurymitglieder waren Josef Winkler, Ilse Gerhardt, Katharina Herzmansky und Cvetka Lipus. Harald Raffer gehörte der Jury ohne Stimmrecht an.
Schmidauer, zugleich Vorstandsmitglied des PEN-Club Austria, warnte in seiner Rede vor einer unkritischen Haltung gegenüber künstlicher Intelligenz. Jurymitglied Mag. Katharina Herzmansky erläuterte verschiedene Möglichkeiten, Literatur zu betrachten und zu bewerten.
Unter den zahlreichen Festgästen befand sich auch Diözesanbischof Dr. Josef Marketz. Er gratulierte zu dem zweisprachigen Literaturwettbewerb und bezeichnete das Miteinander der beiden Volksgruppen als „typisch kärntnerisch“. Kulturstadtrat Mag. Franz Petritz würdigte die Entwicklung des Literaturpreises, der mittlerweile als zweitgrößter Literaturwettbewerb Kärntens gilt.
Stadtwerke-Vorstand Dipl.-Ing. Erwin Smole bedankte sich bei allen Teilnehmern: „Mein Dank gilt nicht nur den ausgezeichneten Poeten, sondern allen Autorinnen und Autoren, die durch ihre Teilnahme einen Wettbewerb der Zeilen und Verse erst ermöglichen“.
Für die musikalische Begleitung sorgte das ATE-Trio mit Aleksander Ipavec aus Triest, Tamaz Nedoh aus Lokev in Slowenien und Emil Kristof aus Klagenfurt.
Bereits im kommenden Jahr steht ein Jubiläum bevor: Dann wird der 20. Kärntner Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt vergeben.
Fotos: Mein Klagenfurt und Helge Bauer