Vom ersten Mikrocomputer bis zur heutigen Videokonferenz: Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Wie Medien über diese Entwicklung berichten und welche Erwartungen dabei an Beschäftigte entstehen, untersucht ein Forschungsteam der Universität Klagenfurt.
Caroline Roth-Ebner vom Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft analysierte gemeinsam mit Larissa Herrnhofer und Hannah Sickl insgesamt 390 Artikel aus deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften der Jahre 1980 bis 2024. Erste Ergebnisse wurden kürzlich bei einer Forschungskonferenz in Zürich vorgestellt.
Die Forscherinnen identifizierten zwei vorherrschende Bilder von Beschäftigten. Einerseits werden Arbeitnehmer als leistungsfähig, flexibel und produktiv dargestellt. Andererseits wird zunehmend erwartet, dass sie sich selbst weiterbilden, organisieren und auf ihre Gesundheit achten. In den 1980er-Jahren standen vor allem die Effizienzgewinne durch Computer im Vordergrund. Mit dem Internet und später mobilen Geräten gewannen ortsunabhängiges Arbeiten und Flexibilität an Bedeutung.
Besonders deutlich zeigte sich der Wandel während der Corona-Pandemie. „Im Zuge der Covid-19-Pandemie stieg die Anzahl von Artikeln, die sich mit diesen Fragen beschäftigen, sprunghaft an. In den Jahren 2020 bis 2024 wurden mit Abstand die meisten Beiträge zu Produktivität, Flexibilität und Wohlbefinden gezählt“, erklärt Caroline Roth-Ebner.
„Im modernen Büroalltag verschwimmen Arbeit und Privatleben zunehmend. Videokonferenzen und Homeoffice sind Alltag geworden; Selbstmanagement wurde zur Schlüsselkompetenz. Diese Entwicklung ist einerseits auf die Notwendigkeiten während der pandemiebedingten Einschränkungen und die technologischen Möglichkeiten zurückzuführen. Andererseits knüpft sie an den Wunsch der Beschäftigten nach Autonomie und Flexibilität an.“
Das vom Wissenschaftsfonds FWF geförderte Forschungsprojekt „Diskurse zur Mediatisierung des Büros“ läuft noch bis Jänner 2027.
Foto: KI-generiert