Vor drei Jahren belegte sie den dritten Platz, heuer steht sie ganz oben: Mag. Dr. Vera Wutti-Incko aus Ferlach gewinnt den 19. Kärntner Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt.
Die pensionierte AHS-Lehrerin, Jahrgang 1959, unterrichtete früher am Slowenischen Gymnasium in Klagenfurt und schreibt Gedichte in deutscher und slowenischer Sprache. Sie beschäftigt sich außerdem intensiv mit Friedenspädagogik und Demokratiebildung. Als Jurymitglied Josef Winkler ihr telefonisch zum Sieg gratulierte, konnte sie es zunächst kaum glauben: „Mein Gott! Das ist doch unglaublich! Ich freue mich sehr!“
Wutti-Incko wurde bereits mehrfach für ihr literarisches Schaffen ausgezeichnet und arbeitet derzeit an einem zweisprachigen Lyrikband. Sie erhält 5.000 Euro Preisgeld, eine von der HTL Ferlach angefertigte Goldfeder und eine Urkunde.
Den zweiten Platz und 1.500 Euro sichert sich die Klagenfurter Juristin Mag. Dr. Anna Wöllik, die sich selbst als „heimlich Schreibende“ bezeichnet. Auf Platz drei landet der gebürtige Klagenfurter Valentin Veratschnig, der heute in Wien lebt. Der Lebens- und Sozialberater erhält 800 Euro.
Neben den drei Hauptpreisen wurden weitere Auszeichnungen vergeben:
Würdigungspreise erhalten außerdem die Klagenfurter Klaus Oberrauner, Anna Kohlweis, Univ.-Prof. Dr. Anne Sophie Meincke, Dagmar Cechak und Michael Kuscher.
Mehr als 120 Einsendungen deutsch- und slowenischsprachiger Dichter wurden von einer Fachjury anonym bewertet. Den Vorsitz führte Autor und PEN-Club-Vorstandsmitglied Dr. Günter Schmidauer. Weitere Jurymitglieder waren Mag. Katharina Herzmansky, Literaturexpertin und Leiterin des Bachmannhauses, Schriftstellerin Ilse Gerhard von der IG Literatur, Lyrikerin und Bibliothekarin Mag. Cvetka Lipuš sowie Schriftsteller und Büchnerpreis-Träger Dr. h. c. Josef Winkler. Auch der Klagenfurter Autor und Initiator des Lyrikpreises Prof. Dr. Harald Raffer gehörte der Jury an, allerdings ohne Stimmrecht.
„Es war auch heuer nicht leicht, Bewertungen aus über 120 Einsendungen deutscher und slowenischer Poeten vorzunehmen. Die Auswahl der Themen war wieder breit gestreut“, erklärte Jury-Vorsitzender Dr. Günter Schmidauer.
Lyrikpreis-Initiator Dr. Harald Raffer betonte: „Der 19. Wettbewerb der Worte und Verse dokumentiert weiterhin den Stellenwert der Gattung Lyrik in unserem Land. Es gab unter den eingesandten Gedichten großartige Zeilenzauberer, die diesmal leider keinen Preis bekommen konnten!“
Die feierliche Preisverleihung findet am Donnerstag, 5. November 2026, um 18 Uhr im Klagenfurter Stadthaus statt. Insgesamt werden Preisgelder von über 15.000 Euro vergeben. Die beiden Vorstände der Stadtwerke Klagenfurt, Dipl.-Ing. Erwin Smole und Mag. Harald Tschurnig, laden alle Interessierten zur Literatur-Gala ein: „Wir laden alle Interessierten herzlich zu diesem außergewöhnlichen Kultur-Event ein.“
Der Kärntner Lyrikpreis wurde bereits mehrfach mit dem Maecenas ausgezeichnet. Laut Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole soll der Wettbewerb auch die slowenische Sprache sichtbar und hörbar machen.
Der Eintritt zur Literatur-Gala ist frei.
Foto: Thomas Hude/Wutti-Incko