Pressemeldungen Mai 2026
Greenpeace schlägt Alarm: Kärntens Grundwasserstände sinken weiter
Eine aktuelle Greenpeace Analyse zeigt einen dramatischen Trend beim Grundwasser: In Kärnten weisen derzeit alle 15 Messstellen niedrige oder sehr niedrige Wasserstände auf. Drei Messstellen liegen Ende Mai sogar auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen.
Von den vom Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft, Klima und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) gelisteten Messstellen weisen zwölf einen niedrigen und drei einen sehr niedrigen Wasserstand auf.
Besonders auffällig: Die drei Messstellen Muschk, Ferlach und Mauten verzeichnen derzeit einen so niedrigen Wasserstand wie Ende Mai noch nie seit Beginn der Messungen.
Für die österreichweite Auswertung analysierte Greenpeace 224 Grundwassermessstellen. Das Ergebnis: 86 Prozent aller Messstellen liegen aktuell auf niedrigem oder sehr niedrigem Niveau. Bei jeder vierten Messstelle ist der Wasserstand Ende Mai laut Greenpeace so niedrig wie noch nie seit Messbeginn.
Während die Rekord Tiefststände besonders häufig in Salzburg und Oberösterreich auftreten, zeigt sich auch in Kärnten ein besorgniserregendes Bild.
Laut Greenpeace ist die Entwicklung eine Folge des extrem trockenen vergangenen Jahres, in dem neun von zwölf Monaten zu wenig Niederschlag brachten. Auch der gerade zu Ende gehende Mai war österreichweit um rund 30 Prozent zu trocken.
Sebastian Theissing Matei, Wasserexperte bei Greenpeace, warnt: „Unsere Böden und Äcker verdorren immer weiter. Gleichzeitig sinkt unser lebenswichtiger Grundwasserschatz derzeit vielerorts dramatisch ab. Darunter leiden Natur, Landwirtschaft und Wasserversorger. Die Rechnung dafür zahlen wir aber alle gemeinsam.“
Greenpeace fordert von Wasser Minister Norbert Totschnig die rasche Umsetzung eines bereits angekündigten Wasserentnahme Registers, um den Wasserverbrauch von Industrie und Landwirtschaft künftig besser erfassen zu können. Zudem spricht sich die Organisation für eine Grundwasser Abgabe für industrielle Großverbraucher aus.
Foto: Greenpeace/Mitja Kobal