Pressemeldungen Juni 2026
SPAR Feldkirchner Straße: Caritas-Projekt schafft Sprung in den Arbeitsmarkt

Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund haben es am Arbeitsmarkt oft schwer. Genau hier setzt das Projekt „perspektiven.werk“ der Caritas Kärnten an: In Klagenfurt werden Teilnehmer gezielt für Berufe im Lebensmittel-Einzelhandel und in der Gastronomie qualifiziert. Die praktische Ausbildung erfolgt direkt im Betrieb, etwa im SPAR-Supermarkt der Perspektive Handel Caritas gGmbH in der Feldkirchner Straße oder im magdas LOKAL der Caritas Kärnten. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und vom Land Kärnten finanziert. Mit einer Vermittlungsquote von rund 80 Prozent gilt es als besonders erfolgreich.
Einer, der den Einstieg geschafft hat, ist der 27-jährige Abdul Basir Stanikzai. Er musste Afghanistan wegen der Taliban verlassen und kam 2022 nach Kärnten. Vor einem Jahr begann er im Rahmen des Projekts eine Vollzeit-Qualifizierung in einem SPAR-Supermarkt in Klagenfurt. Heute arbeitet er dort als Vollzeit-Mitarbeiter. „Der Job gefällt mir. Ich fühle mich im Team geschätzt und wohl“, sagt Stanikzai. Auch Kärnten sei für ihn zur Heimat geworden: „Kärnten ist mittlerweile mein Zuhause.“
Seit Februar 2024 haben sich 52 Teilnehmer mit unterschiedlichen Sprach-Niveaus, darunter 45 Frauen, für das Programm qualifiziert. Die Ausbildung kombiniert praktische Arbeit, Sprachförderung, Workshops sowie Coaching und Beratung. Projektleiterin Sabine Schnitzer betont: „Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund bringen hohe Motivation und Arbeitsbereitschaft mit.“ Durch praxisnahe Ausbildung und individuelle Begleitung gelinge es, Menschen mit offenen Stellen in Handel und Gastronomie zusammenzubringen. „Der hohe Vermittlungserfolg von rund 80 Prozent belegt eindrucksvoll, dass dieser Ansatz nachhaltig wirkt“, so Schnitzer.
Auch Landeshauptmann und Arbeitsmarkt-Referent Daniel Fellner sieht das Projekt positiv: „Wenn Menschen, die nach Kärnten geflüchtet sind, Arbeit finden, sich eine Existenz aufbauen und sagen können: ‚Hier bin ich zuhause‘, dann zeigt das, dass Integration gelingen kann.“ Arbeit bedeute nicht nur Einkommen, sondern auch soziale Kontakte und Perspektiven. „Jede erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt ist ein Gewinn für die betroffenen Menschen, für die Betriebe und für unsere Gesellschaft“, sagt Fellner.
Ein wichtiger Partner ist auch das Arbeitsmarktservice Kärnten. AMS-Landesgeschäftsführer Peter Wedenig verweist auf den zunehmenden Arbeitskräfte-Mangel: „Das perspektiven.werk wirkt vor diesem Hintergrund in mehrfacher Weise positiv.“ Menschen mit Migrationshintergrund würden zwei Arbeitsbereiche kennenlernen und oft bereits ihren künftigen Arbeitgeber treffen. Gleichzeitig würden Betriebe bei der Personal-Suche unterstützt.
Auch SPAR Kärnten und Osttirol Geschäftsführer Andreas Ender setzt auf die Zusammenarbeit: „Als regionaler Arbeitgeber sucht SPAR laufend motivierte Fachkräfte. In Zusammenarbeit mit der Caritas werden Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund praxisnah ausgebildet und oft anschließend übernommen.“ Vielfalt sei dabei gelebte Realität.
Caritas-Direktor Ernst Sandriesser hebt hervor, wie viel die Teilnehmer täglich leisten: „Die Teilnehmer leisten in der Qualifizierung täglich Enormes.“ Viele müssten Familie, lange Anfahrtswege und Ausbildung unter einen Hut bringen. Das Projekt zeige aber, „dass Integration gelingt, wenn die Rahmenbedingungen passen und die Menschen, die hier ankommen, arbeiten können und dürfen.“
Auch Jelena M. Dragicevic aus Kroatien hat über das Projekt den Einstieg geschafft. Nach ihrer Ausbildung im magdas LOKAL fand sie direkt einen Job in einem Klagenfurter Café. „Das perspektiven.werk hat mir sehr geholfen. Ich muss jetzt nicht mehr Hilfsarbeiten nachgehen, sondern habe einen guten Job gefunden, der mir obendrein gefällt“, sagt sie.
Foto: Caritas/Johannes Leitner