Pressemeldungen Juni 2026
Naturfreunde Kärnten: Tipps für sichere Bergsportaktivitäten während der aktuellen Hitzewelle
Die hochsommerlichen Temperaturen machen derzeit nicht nur im Tal zu schaffen. Auch auf Kärntens Bergen steigt das Risiko für Dehydrierung, Kreislaufprobleme, Sonnenstich und Hitzschlag deutlich an. Die Naturfreunde Kärnten appellieren deshalb an Wanderer, Mountainbiker, Trailrunner und Kletterer, ihre Aktivitäten an die aktuellen Bedingungen anzupassen.
„Wer derzeit in die Berge geht, sollte möglichst früh starten. Idealerweise beginnt die Tour bereits mit dem ersten Tageslicht. Zum einen sind die Temperaturen deutlich angenehmer, zum anderen steigt an heißen Sommertagen das Risiko von Quellwolken und Wärmegewittern ab den Mittags- und Nachmittagsstunden deutlich an“, erklärt Wanderreferent Rene Hafner.
Neben einem frühen Aufbruch empfehlen die Naturfreunde, die Wetterentwicklung laufend zu beobachten. Gerade an heißen Sommertagen können sich Gewitterzellen rasch bilden. Eine aktuelle Wetterprognose vor Tourbeginn sowie regelmäßige Kontrollen während der Tour seien daher unerlässlich.
Besonders wichtig ist die Flüssigkeitszufuhr. Bei hohen Temperaturen verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch wertvolle Mineralstoffe.
Für kürzere Touren reicht Wasser meist aus. Bei längeren Aktivitäten empfehlen die Naturfreunde isotonische oder elektrolythaltige Getränke. Bei mehrstündigen Touren und starker Schweißbildung können zusätzlich Elektrolytpräparate oder Salztabletten sinnvoll sein.
Am Berg ist die UV-Strahlung deutlich stärker als im Tal. Zur Grundausstattung gehören deshalb Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, eine Kopfbedeckung sowie leichte, atmungsaktive Kleidung.
Besonders bei Hochtouren ist auch eine hochwertige Sonnenbrille wichtig. „Auf Gletschern und Schneefeldern steigt die Belastung durch die Reflexion des Sonnenlichts zusätzlich deutlich an und es droht Schneeblindheit“, sagt Alpinreferent Leo Wirnsberger.
Bei der Tourenwahl empfehlen die Naturfreunde derzeit schattige Strecken entlang von Bächen und Gewässern. Als besonders angenehme Ziele nennen sie die Tscheppaschlucht, die Raggaschlucht sowie den Liebenfelser Wasserweg.
„An besonders heißen Tagen bieten schattige Waldwege, Schluchten und Touren entlang von Gewässern häufig deutlich angenehmere Bedingungen als lange Anstiege in exponiertem, baumfreiem Gelände“, betont Hafner.
Auch die Höhe allein schützt nicht vor Hitze. Zwar sinkt die Temperatur pro 100 Höhenmeter um etwa 0,6 bis 0,7 Grad Celsius, doch selbst auf rund 1.300 Metern Seehöhe, etwa beim Koschutahaus, können bei 37 Grad im Tal noch Temperaturen zwischen 28 und 30 Grad herrschen.
Die Empfehlungen gelten nicht nur für Wanderer. Kletterer sollten möglichst schattige oder nordseitige Routen wählen. Besonders angenehm seien Klettergebiete in der Nähe von Wasser.
„Ein positives Beispiel ist der Fallbach-Klettersteig, wo der Sprühnebel des Wasserfalls für eine natürliche Abkühlung sorgt“, sagt Kletterreferent Jürgen Runtas.
Auch Mountainbiker und Trailrunner sollten Tourenlänge und Höhenmeter reduzieren und die Belastung an die hohen Temperaturen anpassen.
Die Naturfreunde empfehlen, bei großer Hitze möglichst nicht alleine in den Bergen unterwegs zu sein. In einer Gruppe könnten erste Anzeichen von Dehydrierung oder Überhitzung oft schneller erkannt werden.
Zu den Warnsignalen zählen Schwindel, ungewöhnliche Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit oder ein deutlicher Leistungsabfall.
Treten Symptome wie starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Übelkeit oder Bewusstseinsstörungen auf, sollte die betroffene Person sofort in den Schatten gebracht, gekühlt und mit Flüssigkeit versorgt werden. In Notfällen ist umgehend die Bergrettung unter 140 oder der Notruf zu verständigen.
Passend zur aktuellen Wetterlage veranstalten die Naturfreunde Kärnten am Freitag zudem einen Workshop zum Thema „Richtige Ernährung bei Hitze und Flüssigkeitsmanagement“. Sportwissenschafter Werner Sturm vermittelt dabei praktische Tipps für sichere Bergsportaktivitäten im Sommer.
Die wichtigste Botschaft der Naturfreunde Kärnten: früh starten, ausreichend trinken, konsequenten Sonnenschutz verwenden, Touren an die Bedingungen anpassen und aufeinander achten. Dann steht auch bei sommerlichen Temperaturen einem sicheren Bergerlebnis nichts im Wege.
Foto: Symbolbild