Pressemeldungen Juli 2025
Klagenfurt schafft Raum für Studierende
Seit fünf Jahren begleitet der Gestaltungsbeirat die Stadt Klagenfurt bei stadtplanerisch wichtigen Bauprojekten. Heute, Mittwochvormittag, wurden die aktuellen Projekte im Detail vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf studentischem Wohnen. In den nächsten Jahren sollen 330 Wohnungen für Studenten entstehen.
Seit 2020 ist der Gestaltungsbeirat für die Landeshauptstadt Klagenfurt tätig. Der Beirat besteht aus drei externen Architekten, die nicht aus Klagenfurt kommen. Eine bewusste Entscheidung, um möglichst viel Objektivität im Beirat zu gewährleisten. „Das Gremium hat eine rein beratende Funktion, wirkt verfahrensbeschleunigend, soll die Qualität im Städtebau und die Architektur fördern und sichern“, erklärt DI Robert Piechl eingangs. Der Beirat wird bei größeren Bauprojekten (ab mindestens 5.000 m² Baumasse, bei Gewerbeimmobilien ab 10.000 m² Baumasse) herangezogen. Seit seiner Gründung wurden dabei 69 Projekte begutachtet. Aktuell stehen vor allem Projekte zum studentischen (leistbaren) Wohnen im Fokus.
Stadtplanungsreferent Vizebürgermeister Ronald Rabitsch hat heute, gemeinsam mit den Leitern der Stadtplanung DI Robert Piechl und DI Georg Wald, konkrete Projekte, die im Gestaltungsbeirat diskutiert wurden, vorgestellt.
„Im Hinblick auf die Koralmbahn möchten wir junge Leute nach Klagenfurt bringen. Dafür werden in den nächsten Jahren 330 Wohnungen entstehen. Leistbares und qualitätsvolles Wohnen für Studierende ist mir ein echtes Herzensanliegen. Junge Menschen brauchen Raum zum Leben, Lernen und Wachsen – und genau dafür schaffen wir in Klagenfurt gerade die Voraussetzungen. Ein großer Dank an die Projektwerber, die in Klagenfurt und in die Zukunft investieren wollen“, erklärt Vzbgm. Ronald Rabitsch.
Folgende Projekte sind im Bereich studentisches Wohnen in Umsetzung:
Am Gelände der Kaupzinerkirche werden 129 Betten entstehen, davon 85 im Neubau und 44 im Bestand. „Das bestehende Gebäude stammt aus den 70er-Jahren, es wird für Studenten um- und ausgebaut“, erklärt DI Georg Wald. Zusätzlich wird ein Park entstehen, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist. „Die ´Autoorientiertheit´ soll in der Innenstadt gedrosselt werden, daher werden hier auch keine Stellplätze vorgeschrieben werden“, ergänzt Wald.
Das soll auch beim Studentenheim Nautilusweg direkt bei der Alpen Adria Universität so realisiert werden. Hier wird aufgestockt auf 49 neue Betten, es soll aber nur mehr wenige Besucherparkplätze geben – der Außenraum wird so zum Aufenthaltsraum.
Das ehemalige Gebäude des Finanzamtes in der Kempfstraße wird ebenfalls zum Studentenwohnheim umgebaut. Dazu will man die bestehende Infrastruktur nutzen, thermische Sanierungen vornehmen, neue Holzfenster einbauen und Dachterrassen installieren. 100 Betten sind geplant.
Eine lange Geschichte hat das Studentenheim in der Mozartstraße. Der Fokus liegt hier auf der Erhaltung des Baumbestandes rund um das Gebäude. Hier werden weitere 55 Wohnungen entstehen.
„Ziel ist es, im Bestand weiterzubauen, wenige Flächen zusätzlich zu versiegeln, die Ressourcen der Stadt maßgeblich zu schonen und bewusst einsetzen“, so DI Georg Wald.
Die Stellplatzrichtlinie wird derzeit überarbeitet, in den nächsten Monaten finalisiert. Fakt ist, Studenten haben weniger Autos und das müsse man ausnutzen.
Derzeit gibt es in Klagenfurt drei Studentenheime mit etwa 800 Wohneinheiten, der private Markt ist dabei nicht berücksichtigt, da er nicht erfassbar ist. Der Bedarf an Studentenwohnungen ist da, bis zu 500 werden laut Alpen Adria Universität benötigt. Die künftigen Mieten sollen studentenfreundlich sein – hängen aber vom jeweiligen Bauträger ab. Man rechnet aber mit rund 400 bis 500 Euro monatlich bei einer Wohnfläche zwischen 25 und 30 Quadratmetern.
„Alle Standorte sollen mit 2027 fertig sein, die Bauträger wollen zeitnah umsetzen“, so Vizebürgermeister Rabitsch abschließend.
Foto: SK