Pressemeldungen Februar 2026
Safer Internet Day: Kampagne gegen Cyber-Gewalt bei Jugendlichen
38 Prozent der Jugendlichen waren zumindest einmal mit Formen sexueller Belästigung im Internet konfrontiert. Besonders betroffen sind ältere Jugendliche, mehr als die Hälfte der 15- bis 17-Jährigen hat entsprechende Erfahrungen. 17 Prozent der Jugendlichen waren bereits Opfer von Cyber-Mobbing, während fast die Hälfte Online-Beleidigungen erlebt hat, zu diesem Ergebnis kommen Studien der Plattform saferinternet.at.
„Cyber-Gewalt ist kein Randphänomen mehr, sondern Alltag für viele junge Menschen. Diese Entwicklung verlangt nach entschlossenen, aber auch differenzierten Antworten“, erklärt Landesrat Peter Reichmann, Referent für Bildung sowie Kinder- und Jugendschutz in Kärnten angesichts des morgigen internationalen Safer Internet Day. Gemeinsam mit der Fachstelle Kinderschutz wurde nun beispielsweise ein speziell für Kärnten adaptiertes Informationsposter zum Thema Cyber-Mobbing und Cyber-Gewalt entwickelt, das künftig flächendeckend an Schulen im ganzen Bundesland verteilt werden soll.
„Digitale Räume sind ein zentraler Teil der Lebenswelt junger Menschen. Umso wichtiger ist es, dass wir sie dort schützen, stärken und begleiten. Prävention, Aufklärung und Medienkompetenz sind der Schlüssel, nicht allein Verbote“, betont Landesrat Reichmann.
Das vom Deutschen Kinderverein und der Dialogbild GmbH entwickelte Poster wurde gemeinsam mit der Fachstelle Kinderschutz für Kärnten überarbeitet und erweitert. Neben Cyber-Mobbing behandelt das Material umfassend Formen der Cyber-Gewalt sowie deren Auswirkungen und rechtliche Konsequenzen. Ergänzend steht online vertiefendes Infomaterial dazu für pädagogische und psychosoziale Fachkräfte zur Verfügung.
Die Materialien richten sich an Schülerinnen und Schüler, Jugendliche in Wohngruppen und Jugendzentren sowie an pädagogische und psychosoziale Fachkräfte. Vorgesehen ist ein Einsatz an Bildungseinrichtungen bereits ab der 4. Klasse Volksschule sowie in Mittelschulen und Gymnasien, insbesondere im Unterrichtsfach Digitale Grundbildung.
„Frühe Sensibilisierung ist entscheidend. Kinder müssen lernen, wie sie sich online sicher bewegen.“ Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über ein mögliches Social-Media-Verbot für Jugendliche plädiert Reichmann für einen umfassenden Ansatz. „Die Debatte zeigt, wie groß die Sorgen von Eltern und Gesellschaft sind. Gleichzeitig dürfen wir nicht glauben, dass ein Verbot alleine die Probleme löst. Jugendliche brauchen Medienkompetenz, Schutzmechanismen und starke Bezugspersonen, offline wie online“, sagt Reichmann. Verbote könnten einzelne Risiken reduzieren, würden jedoch weder digitale Lebensrealitäten noch bestehende Gefährdungen vollständig ausblenden. Stattdessen brauche es eine Kombination aus Prävention, Bildung, klaren Regeln, technischer Sicherheit und niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten.
Foto: Symbolbild