Pressemeldungen Februar 2026
Arbeiterkammer Kärnten berät wieder zum Steuerausgleich
Bei einer Pressekonferenz am 26. Februar 2026 in Klagenfurt kündigt die Arbeiterkammer Kärnten die Steuerspartage an und ruft Beschäftigte auf, ihren Steuerausgleich zu machen.
Die Arbeiterkammer startet erneut ihre Steuerspartage, um Beschäftigte beim Steuerausgleich zu unterstützen. Das Motto lautet: „Holen Sie Ihr Geld zurück!“ AK-Präsident Günther Goach betont, dass viele Menschen Geld verschenken, das ihnen rechtlich zusteht. Besonders betroffen sind laut AK Personen mit niedrigen oder schwankenden Einkommen, Teilzeitbeschäftigte und Menschen mit Betreuungspflichten.
Oft wird der Steuerausgleich nicht gemacht, weil Unsicherheit besteht, Unterlagen fehlen oder der Aufwand unterschätzt wird. Dabei können auch Personen mit geringem Einkommen Geld zurückbekommen, etwa über Absetzbeträge oder die sogenannte Negativsteuer.
Die AK Kärnten bietet ihre kostenlose Hilfe heuer in zwei Zeiträumen an:
Beratungen gibt es auch am Freitagnachmittag und am Samstag. Termine können online gebucht werden. Für Klagenfurt ist die AK unter Tel. 050 477 erreichbar. Kurzauskünfte gibt es ohne Termin über die Serviceline 050 477-3002 zu den angegebenen Zeiten.
Eine wichtige Neuerung betrifft den zeitlichen Ablauf der Aktion. Jürgen Kopeinig, Abteilungsleiter für Wirtschafts und Steuerpolitik, erklärt den Hintergrund: „Bisher erstreckte sich der Aktionszeitraum über zwei Monate am Stück, heuer gibt es erstmals zwei getrennte Termine. Grund dafür ist die seit Oktober 2025 verpflichtende Zwei Faktor Authentifizierung bei FinanzOnline.“ Für die Arbeitnehmerveranlagung ist nun zwingend die vollständig abgeschlossene Registrierung der ID Austria beziehungsweise der Authenticator App notwendig. „Wer bis März die nötigen Voraussetzungen noch nicht erfüllt, kann bis zum zweiten Termin ‚aufrüsten‘ und unseren kostenlosen Service dann im Mai in Anspruch nehmen“, so Kopeinig.
AK Direktorin Susanne Kißlinger macht in diesem Zusammenhang auf eine erfreuliche Nachricht aufmerksam: „Seit Jahresbeginn gibt es die ‚unentgeltliche Vertretung für FinanzOnline‘. Man kann mittels Vollmacht eine vertrauenswürdige Person stellvertretend den Steuerausgleich erledigen lassen, ohne selbst über die ID Austria oder einen FinanzOnline Zugang zu verfügen. Was vor allem für ältere und weniger technikaffine Menschen eine große Erleichterung darstellt.“
AK-Bilanz 2025: Tausende Beratungen
Im Jahr 2025 betreute das AK-Steuerteam exakt 33.756 Menschen und holte für Kärntner Arbeitnehmer insgesamt knapp 13,4 Millionen Euro an Steuerrückzahlungen zurück. AK-Präsident Günther Goach zeigte sich darüber erfreut und betonte: „Jeder Euro zählt! Ob Familienbonus Plus, Mehrkindzuschlag oder Pendlerpauschale: Wir beraten unsere Mitglieder unkompliziert und kostenlos.“
Von den Beratungen erfolgten 26.976 telefonisch. 4.933 Mal wurde der Steuerausgleich persönlich durchgeführt oder Fragen vor Ort geklärt, zusätzlich beantwortete die AK 1.847 schriftliche Anfragen. Goach wies darauf hin, dass jedes Jahr mehrere Millionen Euro liegen bleiben, weil viele Menschen keinen Steuerausgleich beantragen. Besonders betroffen sind Personen mit niedrigen oder schwankenden Einkommen, Teilzeitbeschäftigte und Beschäftigte mit Betreuungspflichten.
Die Arbeiterkammer fordert steuerliche Regeln, die kleine und mittlere Einkommen stärker entlasten. Dazu zählt unter anderem die Wiedereinführung der früheren Topfsonderausgaben für Wohnen sowie für private Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen.
AK-Direktorin-Stellvertreterin Irene Hochstetter-Lackner betont, die Beratungsarbeit sei ein Beitrag zu mehr Fairness im Steuersystem. Viele Menschen wüssten nicht, welche Rechte sie haben, welche Fristen gelten oder dass sie gegen Bescheide Beschwerde einlegen können. Die Erfahrungen aus der Praxis bringt die AK in steuerpolitische Diskussionen auf Landes- und Bundesebene ein, mit dem Ziel eines Steuersystems, das Arbeit fair behandelt und Entlastungen dort ankommen lässt, wo sie gebraucht werden.
Foto: Johannes Puch/AK