Pressemeldungen April 2026
1.300 zusätzliche Wohnungen durch gezielte Nachverdichtung
Im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts wurden in den vergangenen Monaten städtische Liegenschaften analysiert und Potenziale erhoben. Die Ergebnisse bilden das Fundament für eine enge, ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen Stadtplanung, Liegenschaftsmanagement und Wohnbau.
Vizebürgermeister Ronald Rabitsch, zuständiger Referent für Stadtplanung und Stadtentwicklung hat diese in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vizebürgermeister Patrick Jonke und Stadtrat Julian Geier präsentiert.
Klagenfurt wächst – und damit auch der Bedarf an attraktivem, nachhaltigem und vor allem leistbarem Wohnraum. Um die Stadtentwicklung effizient und ressourcenschonend voranzutreiben, hat die Abteilung Stadtplanung in den vergangenen Monaten eine umfassende Potentialanalyse durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 42 bebaute und unbebaute städtische Grundstücke auf ihre Nachverdichtungsmöglichkeiten hin untersucht. Ziel ist es, zusätzlichen Wohnraum auf bestehenden, entsprechend gewidmeten Liegenschaften – hauptsächlich im Bereich bestehender städtischer Wohnanlagen – zu errichten bzw. diese zu erweitern. Eine Maßnahme, die bewirkt, dass sich die Stadt nach innen verdichtet und einer Zersiedelung nach außen entgegenwirkt.
In Klagenfurt gibt es derzeit 63.207 Wohnungen, davon sind 5 Prozent Gemeindewohnungen, 19,5 Prozent befinden sich im Eigentum und in der Verwaltung von gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften. „Diese Prozentzahl gilt es zu erhöhen“, betont Vizebürgermeister Ronald Rabitsch. „Gemeinnützigkeit schafft hochwertigen Wohnraum zu vernünftigen Preisen. Darüber hinaus ist sie der einzig wirksame Hebel, um die Mietpreise auf einem verträglichen Niveau zu halten“, so Rabitsch, der eine große Chance in der Gründung einer gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft im Zusammenhang mit „Klagenfurt Wohnen“ bzw. der „IVK - Immobilienverwaltung Klagenfurt“ sieht. „Eine GmbH & Co KG hat die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen, selbst zu bauen und zugleich Wertschöpfung zu lukrieren“, so Rabitsch, der die Gründung der Genossenschaft noch in diesem Jahr anstrebt.
Der für städtischen Wohnbau zuständige Vizebürgermeister Patrick Jonke sieht die steigenden Wohnpreise ebenfalls als große Herausforderung. Derzeit liegen bei der städtischen Wohnungsverwaltung 1.000 Ansuchen. „Gemeinsam mit gemeinnützigen Bauträgern wie dem Kärntner Siedlungswerk errichten wir derzeit in Welzenegg auf bestehendem Grund zusätzliche neue Wohnungen. Es wäre mehr möglich, wenn wir im Wohnbauförderungsprogramm des Landes Kärnten entsprechend berücksichtigt würden. Ohne die Kooperation mit dem Land ist es nicht möglich, gemeinnützig zu bauen“, stellt Jonke klar.
Als weitere Maßnahme für leistbares Wohnen setzt er auf den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf städtischen Wohngebäuden. „Die steigenden Strompreise belasten die Haushaltsbudgets der Menschen zusätzlich“, so Jonke.
Stadtrat Julian Geier steht der Initiative zur Schaffung von leistbarem Wohnbau auf bestehenden Liegenschaften ebenfalls positiv gegenüber. „Klagenfurt ist die Zuzugsgemeinde in Kärnten schlechthin. Das bedeutet auch Bedarf an leistbarem Wohnraum“. Zugleich stellt er als Liegenschafts-, aber auch als Wirtschaftsreferent fest, dass sich die steigenden Miet- und Strompreise belastend auf die Kaufkraft auswirken. „Bis vor wenigen Jahren hat die Miete ein Drittel des Einkommens ausgemacht, heute sind es 50 Prozent! Wenn man weitere verpflichtende Kosten wie Versicherungen etc. mitberechnet, bleibt wenig Budget für Freizeitaktivitäten oder einen Restaurantbesuch.“
Geier sieht die Gründung einer stadteigenen Wohnbaugenossenschaft durchaus als Option, möchte aber künftig weiterhin auch mit bewährten, erfahrenen Partnern kooperieren.
Die Potenzialanalyse der Stadtplanung zeigt klar: Klagenfurt hat die Möglichkeit, die Stadt nachhaltig und ressourcenschonend mit leistbarem Wohnraum zu entwickeln. Entscheidend wird dabei die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land sein, denn nur gemeinsam lassen sich die wachsenden Wohnbedürfnisse in der Landeshauptstadt langfristig und leistbar erfüllen.
Foto: StadtKommunikation