AK und ÖGB Kärnten sowie das Institut für die Geschichte der Kärntner Arbeiterbewegung beleuchten im Rahmen des Gesamtprojektes „1920-2020-2030: Zusammen. Arbeiten. Skupaj. Delamo.“ mit der Ausstellung „(Ab)Stimmungsbilder“ Motivlagen und Stimmungen vor der Kärntner Volksabstimmung.
Die Ausstellung „(Ab)Stimmungsbilder“ im ÖGB/AK Bildungsforum bildet mit Hilfe verschiedener historischer Quellen – künstlerisch wie auch faktenbasiert – die Vielfalt der Hoffnungen, Ängste und Meinungen vor der Kärntner Volksabstimmung von 1920 ab. Werke der VÖGB-Kunstwerkstätte ergänzen die Schau und nähern sich dem Thema mit Gegenwartsinterpretationen. „Die Ausstellung zeigt, dass die Kärntner Volksabstimmung nicht ausschließlich von nationalen Motiven getragen war, sondern auch zukünftige Arbeits- und Lebenschancen eine wichtige Rolle spielten“, so AK-Präsident Günther Goach.
Die Kärntner Arbeiterbewegung trug wesentlich zum Ausgang des Votums, und somit für den Verbleib Kärntens bei Österreich, bei. Fortschrittliche sozialpolitische Gesetzgebungen wie der heute noch geltende Achtstundentag, das Urlaubsgesetz, die Gründung der Kammern für Arbeiter und Angestellte und die Einrichtung von Betriebsräten sind nur einige erkämpfte Errungenschaften, die damals die Entscheidung für das junge Österreich beeinflussten. „Alle Errungenschaften, von welchen wir auch heute noch profitieren, sind Prinzipien der demokratischen Mitbestimmung. Mit unserer Stimme können wir etwas bewirken, dies ist heute genauso wichtig und kraftvoll wie vor 100 Jahren.“, so ÖGB Kärnten Vorsitzender Hermann Lipitsch.
Flügelschlag einer Entscheidung wird zum Sturm
Die Ausstellung möchte die Besucher sensibilisieren und zeigen, dass sich einfache Ent-scheidungen als überaus komplex erweisen und nachhaltig von Bedeutung sind. (Ab)Stimmungsbilder verknüpft über das Thema der Kärntner Volksabstimmung vor ein-hundert Jahren vorangegangene Entwicklungen mit der Gegenwart. Besucher sollen letztendlich dazu angeregt werden, individuelle Stimmungs- sowie Meinungsbilder zu reflektieren.
Abstimmung vor Ort mit interaktiver Wahlkabine
„Nicht nur damals gaben Stimmen den Ausschlag für Veränderung, sondern auch in der Gegenwart hat in einer demokratischen Gesellschaft jede Stimme Gewicht“, so der Projektleiter von 1920-2020-2030, Daniel Weidlitsch und verweist auf die installierte interaktive Wahlkabine der Ausstellung. Mit Fragen aus den Bereichen Demokratie, Freiheit, Arbeit, Leben und Heimat kann jeder überprüfen, wie sich die persönliche Meinung zu den Ansichten der anderen Besucher der Ausstellung verhält. Damit wird ein individuelles (Ab)Stimmungsbild zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen erstellt.
Internationales Symposium zu Arbeit und Demokratie
Am 24. September findet als Bindeglied zur Ausstellung (Ab)Stimmungsbilder ein interna-tionales Symposium mit drei moderierten Teilen statt: „Der 10. Oktober in internationaler Perspektive“, „1920/2020 und die ArbeiterInnenschaft“ sowie „Demokratie gestalten: Europa und Kärnten 2020“. Das Symposium soll neue Perspektiven – mit fundierten Beiträgen von Experten aus Österreich, Slowenien, Deutschland und den Niederlanden – eröffnen.
Mehr Informationen unterwww.zusammen-arbeiten.at
Öffnungszeiten der Ausstellung (Ab)Stimmungsbilder
Ab September 2020, von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt.
Führungen auf Anfrage: 050 477-2304 / bildung@akktn.at