Pressemeldungen April 2026
Im ersten Quartal 2026: Weniger Autos auf Kärntens Autobahnen
Im ersten Quartal 2026 ist der Autoverkehr auf Kärntens Autobahnen an zahlreichen Messstellen zurückgegangen. Wie eine aktuelle Analyse des VCÖ auf Basis von Daten der ASFINAG zeigt, wurden bei elf von insgesamt 19 Zählstellen weniger Pkw registriert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Rückgang bei 58 Prozent der Messpunkte.
Nachdem der Pkw-Verkehr in den vergangenen Jahren tendenziell gestiegen war, zeigt sich nun erstmals wieder eine Entlastung auf mehreren Autobahnabschnitten. Besonders auf der A2 Südautobahn wird laut VCÖ bereits eine verkehrsreduzierende Wirkung der Koralmbahn sichtbar.
„Die gestiegenen Spritpreise führen zu Veränderungen, vor allem dort, wo das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel leichter fällt. Gerade im Pendelverkehr wird aber das große Potenzial zur Reduktion des Spritverbrauchs bei weitem nicht ausgeschöpft. Hier sind die Unternehmen stärker ins Boot zu holen“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Der VCÖ sieht vor allem im betrieblichen Mobilitätsmanagement großes Potenzial. Bereits heute zeigen zahlreiche Unternehmen, dass Maßnahmen wie Öffi-Jobtickets, Leasingräder oder Fahrgemeinschaften dazu beitragen können, den Autoverkehr zu reduzieren. Auch digitale Anwendungen, die das Bilden von Fahrgemeinschaften erleichtern, spielen dabei eine Rolle.
„Diese Maßnahmen entlasten die Beschäftigten finanziell und reduzieren Staus und die Verkehrsbelastung für Anrainerinnen und Anrainer“, erklärt Klara Maria Schenk.
Angesichts möglicher Treibstoff-Lieferengpässe fordert der VCÖ zusätzliche Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs. Dazu zählen unter anderem Schnellbus-Linien im Stadt-Umland-Verkehr, die sich international bereits bewährt haben. In stark belasteten Verkehrsbereichen sollen Busse bevorzugt werden, etwa durch eigene Busspuren oder die Mitbenutzung von Pannenstreifen.
Auch das Potenzial von E-Bikes werde derzeit noch zu wenig genutzt. Als Beispiel nennt der VCÖ die dänische Hauptstadt Kopenhagen, wo sogenannte Rad-Highways viele Autofahrten auf das Fahrrad verlagern konnten.
Trotz des Rückgangs bleibt das Verkehrsaufkommen auf Kärntens Hauptachsen hoch. Der am stärksten frequentierte Abschnitt war im ersten Quartal die A2 Südautobahn bei Pörtschach Ost mit durchschnittlich 33.100 Pkw pro Tag.
Auf der A10 Tauernautobahn bei Spittal an der Drau wurden täglich rund 19.300 Autos gezählt, auf der A11 Karawankenautobahn bei St. Ulrich etwa 11.100 Fahrzeuge pro Tag.
Von den insgesamt 19 Zählstellen verzeichneten acht Messpunkte (42 Prozent) eine Zunahme des Verkehrs, während elf Messstellen (58 Prozent) einen Rückgang meldeten.