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Oktober 2026
„Der Diener zweier Herren“ feierte Premiere am Stadttheater Klagenfurt
Mit turbulenten Verwechslungen, viel Wortwitz und zahlreichen komischen Situationen feierte „Der Diener zweier Herren“ am Stadttheater Klagenfurt eine unterhaltsame Premiere.
Regisseur Ronny Jakubaschk bringt Carlo Goldonis Klassiker der italienischen Commedia dell’arte in einer Fassung auf die Bühne, die österreichischen Humor mit gesellschaftskritischen Elementen verbindet. Die humorvollen Szenen sorgten beim Publikum immer wieder für herzhaftes Lachen.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Truffaldino, der ständig knapp bei Kasse ist und deshalb gleich zwei Herren gleichzeitig dient. Als Beatrice, die in Männerkleidung ihren Geliebten Florindo sucht, und dieser unwissentlich im selben Wirtshaus landen, beginnt ein turbulentes Verwechslungsspiel. Truffaldino versucht verzweifelt, seine beiden Arbeitgeber zufriedenzustellen, ohne dass einer vom anderen erfährt.
Alexander Jagsch spielt den gewitzten, aber immer wieder überforderten Diener Truffaldino. Doris Hindinger verkörpert die selbstbewusste und schlagfertige Smeraldina. Beide gehören zu den prägenden Figuren der Aufführung.
Für zusätzliche Unterhaltung sorgt der direkte Kontakt mit dem Publikum. Truffaldino spricht Zuschauer persönlich an und macht einen von ihnen kurzerhand zu einem weiteren Diener. Körperliche Komik, rasante Dialoge und überzeichnete Figuren bestimmen das Bühnengeschehen.
Auch die Ausstattung trägt zum turbulenten Charakter der Inszenierung bei. Das Bühnenbild von Pascal Seibicke eröffnet mit immer neuen Türen zusätzliche Spielmöglichkeiten, während die auffälligen Kostüme von Cornelius Reitmayr die unterschiedlichen Charaktere unterstreichen.
Die Aufführung basiert auf Carlo Goldonis 1746 uraufgeführter Komödie in der Übersetzung von H. C. Artmann und der Bearbeitung des Kärntner Theatermachers Herbert Wochinz. Die Zusammenarbeit von Artmann und Wochinz reicht bis in die 1950er-Jahre zurück, als beide am Tonhof in Maria Saal wirkten. Wochinz prägte später unter anderem als Intendant die Komödienspiele Porcia und das Stadttheater Klagenfurt.
Für die aktuelle Inszenierung haben Regisseur Ronny Jakubaschk und Dramaturg Hans Mrak die Fassung um drei Gedichte von Christine Nöstlinger ergänzt. Sie geben vor allem der Figur Smeraldina eine zusätzliche Stimme und greifen die Lebensrealität sozial benachteiligter Menschen und Frauen auf.
Die Musik stammt von Manuel Thielen. Die Aufführung verbindet damit italienische Theatertradition, österreichische Sprachkunst und zeitgenössische Akzente.
Weitere Vorstellungen von „Der Diener zweier Herren“ stehen bis 4. Dezember 2026 auf dem Spielplan des Stadttheaters Klagenfurt. Die Stückeinführung beginnt jeweils um 19 Uhr.
Die Altersempfehlung liegt bei zwölf Jahren.
Weitere Infos: www.stadttheater-klagenfurt.at/produktionen/der-diener-zweier-herren/
Fotos: Thomas Hude