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März 2026
Bewegend aktuell: Premiere im Stadttheater Klagenfurt „Die Eingeborenen von Maria Blut“
Die Bühnenfassung von Maria Lazars Roman, inszeniert von Martina Gredler, traf das Premierenpublikum mit ihrer beklemmenden Aktualität, ein Abend, der noch lange beschäftigen dürfte.
Das Dorfdrama führt in die 1930er Jahre in den fiktiven Wallfahrtsort Maria Blut. Wirtschaftliche Not, religiöser Wahn, Gerüchte und Schuldzuweisungen treiben die Dorfgemeinschaft auseinander. Nach dem Selbstmord des Fabrikanten Scheinen sich Angst, Hass und Verschwörungserzählungen explosionsartig zu entladen. Die Inszenierung zeigt eindringlich, wie Krisenzeiten Radikalisierung begünstigen – und lässt dabei unübersehbare Parallelen zur Gegenwart aufscheinen.
Das Zusammenspiel aus Schauspiel, Musik und Bewegung verstärkt die beklemmende Wirkung und macht die zunehmende Eskalation im Dorf emotional greifbar.
Besonderen Eindruck hinterließ Andrea Eckert, die in einer vielschichtigen Bühnenfunktion zugleich als Schauspielerin, Sängerin und Erzählerfigur durch den Abend führte. Diese anspruchsvolle Mehrfachrolle meisterte sie mit großer Präsenz und Intensität und verlieh der Inszenierung eine zusätzliche erzählerische Tiefe.
Das Ensemble zeichnete insgesamt ein vielstimmiges Bild einer Gesellschaft am Abgrund. In kurzen, prägnanten Szenen entfaltet sich ein Panorama von Angst, Opportunismus und Ausgrenzung – Themen, die erschreckend zeitlos wirken.
Die Premiere wurde vom Publikum mit großem Applaus aufgenommen. „Die Eingeborenen von Maria Blut“ erweist sich als fordernder, aber lohnender Theaterabend, der historische Stoffe mit drängenden Fragen der Gegenwart verbindet.
Weitere Vorstellungen stehen bis 26. März auf dem Spielplan des Stadttheaters Klagenfurt.
Fotos: Thomas Hude