Pressemeldungen Februar 2026
Stadttheater Klagenfurt zeigt „Die Eingeborenen von Maria Blut“
Mit „Die Eingeborenen von Maria Blut“ bringt das Stadttheater Klagenfurt einen Roman der Wiener Schriftstellerin Maria Lazar auf die Bühne. Die Dramatisierung stammt von Martina Gredler, die auch Regie führt. Premiere ist am 26. Februar 2026 um 19.30 Uhr.
Das Stück spielt in den 1930er Jahren im fiktiven Wallfahrtsort Maria Blut, ein paar Zugstunden vor Wien. Es ist die Zeit von Ständestaat und Bürgerkrieg, Engelbert Dollfuß ist Bundeskanzler, und die Bewohner des „österreichischen Lourdes“ geraten in Unruhe. Nach der Schließung der Konservenfabrik versucht deren Chef Schellbach, die Bevölkerung zu bewegen, in sein neues Produkt „Raumkraft“ zu investieren. Viele geben ihr letztes Erspartes dafür. Als sich Schellbach während eines Volksfestes erschießt, setzt eine gefährliche Dynamik ein: Die vermeintlich Schuldigen sind schnell gefunden.
Maria Lazar zeichnet in kurzen, eindringlichen Szenen ein Dorf am Vorabend des Nationalsozialismus. Zwischen Marianischer Frömmigkeit, Wunderglauben, Verschwörungstheorien und Nationalismus zeigt sie – wie ihr Zeitgenöss e Ödön von Horváth – die sozialen und mentalen Voraussetzungen für das Erstarken faschistischer Ideologien.
Für Regisseurin Martina Gredler ist es die dritte Arbeit am Stadttheater Klagenfurt. Nach ihren Inszenierungen mit Blick auf Emigrantinnen und Ausgegrenzte richtet sie nun den Fokus auf antisemitisch Attackierte in Lazars fiktivem Provinzdorf.
Besetzung und Team
Weitere Vorstellungen laufen bis 26. März 2026. Eine Einführungsmatinee findet am 15. Februar um 11.00 Uhr statt, eine Schulvorstellung ist für den 26. März geplant.
Hinweis: Die im Titel verwendete Bezeichnung „Eingeborene“ wird im historischen Kontext des Werkes verwendet. Heute gilt der Begriff aufgrund seines kolonialen und exotisierenden Beiklangs als diskriminierend.
Pressesujet: Verena Schellander