Am 5. August 2026 ist die Regierungsvorlage zur Novelle des Glücksspielgesetzes im Nationalrat eingelangt. Für Online-Glücksspiel sieht sie ein offenes Konzessionsverfahren vor. Neue Konzessionen könnten laut Parlamentskorrespondenz ab 1. Jänner 2027 erteilt werden und ab 1. Oktober 2027 gelten. Zum Ministerialentwurf waren in der Begutachtung 109 Stellungnahmen eingelangt. Beschlossen ist noch nichts. Am 14. September wies der Nationalrat die Vorlage dem Finanzausschuss zu. Beraten hat der Ausschuss sie bis 9. Oktober nicht.
Derzeit hält ein einziges Unternehmen die Konzession für Online-Glücksspiel in Österreich, berichtete der ORF Ende Juni. Laut Entwurf soll diese Konzession bis Ende 2028 verlängert werden. Für das Online-Spiel soll sie erlöschen, sobald ihr Inhaber eine der neuen erhält. Mehrere Anbieter seien laut Erläuterungen vorgesehen, allerdings streng reguliert.
Anbieter, die bisher ohne österreichische Lizenz tätig waren, müssen ihr Angebot bis 31. Dezember 2026 einstellen. Nur dann kommen sie für eine der neuen Konzessionen infrage. Tags darauf sollen das zentrale Sperrregister und die Netzsperren in Kraft treten, dazu das Payment-Blocking gegen Zahlungen an illegale Anbieter. Das Finanzministerium nennt die Neuregelung des Online-Glücksspiels und den modernisierten Spielerschutz gemeinsam das Kernstück der Reform.
Auch für virtuelle Glücksspielautomaten, also Slots im Online-Glücksspiel, kündigt die Parlamentskorrespondenz eigene Limits an. Spielregeln und Ablauf einzelner Automaten lassen sich bei Online Slots auf casino.at in Demoversionen ohne Einsatz ausprobieren, eine Anmeldung braucht es dafür nicht. Eine Übersicht nennt die theoretischen Auszahlungsquoten bekannter Spiele.
Für den Einsatz von echtem Geld sollen laut Entwurf dieselben Regeln gelten wie an Automaten in Salons. Ein Spiel dauert dann mindestens zwei Sekunden. Mehr als fünf Euro Einsatz pro Spiel sind nicht erlaubt. Nach 90 Minuten ohne Unterbrechung pausiert das Spiel für mindestens 15 Minuten. In dieser Pause informiert ein Video über die Risiken.
Wer solche Spiele mit Einsatz anbieten darf, regelt in Österreich die Lizenz des Bundes, die Konzession. Vergeben wird sie vom Bundesminister für Finanzen. Jedes Glücksspielangebot soll künftig eine Analyse seines Suchtpotenzials durchlaufen, damit sich seine Gefährlichkeit besser beurteilen lässt.
Zur Prüfung von Lizenz und Impressum riet die Polizei Kärnten im Februar 2026. Damals häuften sich im Bundesland Betrugsfälle mit vermeintlichen Online-Investmentplattformen.
Fehlt bei Glücksspiel die Lizenz, kann das Amt für Betrugsbekämpfung ab 2027 das Unternehmen öffentlich nennen, samt Internetadresse und Bankverbindung. Veröffentlicht wird auf der Verlautbarungsplattform des Bundes, zusätzlich im Internet oder in einer Zeitung. An Zahlungen für so veröffentlichte Angebote dürfen Banken und andere Beteiligte am Zahlungsverkehr laut Entwurf nicht mehr mitwirken. Das Finanzministerium will damit mehr Spieler vom illegalen ins legale Angebot lenken. Bei Verdacht darf das Amt verdeckte Testspiele durchführen.
Für Glücksspielautomaten in Salons braucht es in Kärnten eine Bewilligung des Landes. Im Februar 2025 schrieb das Amt der Kärntner Landesregierung höchstens drei solcher Bewilligungen aus. Zusammen umfassen sie rund 475 Geräte. Einzeln aufgestellte Automaten außerhalb von Salons sieht das Kärntner Gesetz nicht vor. Für bereits bewilligte Geräte sollen bestimmte Verschärfungen des Bundesentwurfs erst ab 1. Jänner 2031 gelten.
Dass Sportwetten weiterhin nicht unter das Glücksspielgesetz fallen, kritisierte der Wiener Suchtkoordinator Ewald Lochner im Juni gegenüber dem ORF. Den stärkeren Spielerschutz begrüßte er. Es bestehe aber die Gefahr, dass Menschen auf Wetten ausweichen.
Welche Unternehmen in den neun Monaten bis zur Gültigkeit eine Konzession für Online-Glücksspiel erhalten, ist offen. Vor einem Beschluss im Nationalrat muss die dreimonatige Stillhaltefrist ablaufen, die im August mit der Übermittlung des Entwurfs an die EU-Kommission begann. Auch die Werbebeschränkungen sollen laut Parlamentskorrespondenz weiterentwickelt werden, damit die Aufsicht rasch auf neue Phänomene reagieren kann. Für Spielbanken legt die Vorlage 13 Konzessionen fest, die auch als Paket vergeben werden dürfen. Ab 2028 soll eine eigene Stelle für Glücksspiel und Spielerschutz den Markt beobachten.
Wer sich um eine Konzession bewirbt und bisher ohne österreichische Lizenz tätig war, muss laut Entwurf offene Abgabenschulden begleichen. Auch rechtskräftige Urteile aus Spielerschutzklagen müssen erfüllt sein. Nach Angaben des Finanzministeriums betreffe das rund 20.000 geschädigte Spieler. Wer die Frist zum Jahresende versäumt, wartet 18 Monate auf eine Konzession, ab 2030 sind es 24.
Für Spieler selbst setzt der Entwurf beim Online-Glücksspiel eine Obergrenze. Eingezahlt werden dürfen höchstens 1.680 Euro im Monat, bis zum vollendeten 26. Lebensjahr 250 Euro pro Woche. Innerhalb dieses Rahmens legt jeder eigene Grenzen für Geld und Zeit fest, pro Tag, Woche und Monat. Senken wirkt sofort, erhöhen erst nach 72 Stunden. Ein zentrales Limitregister soll die Einzahlungsgrenzen anbieterübergreifend durchsetzen, die Details regelt eine Verordnung.
Unter den Hilfsangeboten führt die Spielerschutzstelle des Finanzministeriums auch die staatlich anerkannte Schuldnerberatung. In Kärnten stellten Land und Schuldnerberatung im Oktober 2025 ihre Maßnahmen zur Finanzbildung gegen die Schuldenfalle vor. Anlass war die Schuldenberatungstagung in Velden.