Digitalisierung in Österreich: Welche Meilensteine sind 2026 relevant?
Über vier Milliarden Euro fließen in rund 85 Maßnahmen, von denen bereits ein großer Teil erfolgreich umgesetzt wird.
Der Kurs ist solide und besonders im Hinblick auf Künstliche Intelligenz und gesellschaftliche Teilhabe spannend. 2026 könnte es einige Meilensteine bereithalten, darunter auch politische Entscheidungen.
Im Steuer- und Sozialbereich gibt es 2026 einige relevante Anpassungen für das Land. So werden beispielsweise die Grenzbeträge bei der Einkommensteuer in den ersten fünf Tarifen angehoben.
Erleichterungen gibt es für besonders fleißige Arbeitnehmer mit vielen Überstunden. Zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 31. Dezember 2026 bleiben Zuschläge von maximal 170 Euro für die jeweils 15 ersten Überstunden eines Monats steuerfrei. Bis zum 31. Mai 2026 soll eine Aufrollung erfolgen. Ab 2027 sind dann zwar nur noch bis zu 120 Euro auf die jeweils ersten zehn Überstunden steuerfrei, finanziell profitieren Arbeitnehmer aber trotzdem.
Möglich ist auch eine neue Reform des Glücksspiels, allerdings ist hier noch keine politische Entscheidung gefallen. Es wird darüber gesprochen, ob Anbieter mit ausländischen Lizenzen künftig die Möglichkeit bekommen, eine offizielle Konzession auf dem österreichischen Markt zu bekommen.
Für Verbraucher ändert sich das obligatorische Zettelchaos an den Kassen, allerdings erst im Oktober 2026. Ab diesem Zeitpunkt dürfen Kunden entscheiden, ob sie einen Kassenbeleg aus Papier bekommen möchten oder ob eine digitale Version zur Verfügung gestellt wird.
Die Artificial Intelligence Mission Austria 2030 (AIM-AT 2030) feiert 2026 eine Umsetzungsquote zwischen 82 und 86 Prozent. Diese Strategie wurde entwickelt, um Forschung, Wirtschaft und Alltag durch gezielte Förderungen zu verbinden. Aus dem Fonds Zukunfts-Österreich fließen mehr als 20 Millionen Euro in Projekte zur Optimierung von sensiblen Bereichen wie Gesundheit und Umweltschutz.
Regionale KI-Zentren in den Bundesländern testen praktische Anwendungen:
Solche AI-for-Green-Initiativen zeigen, auf welche Weise Technologie Ressourcen schonen und Prozesse effizienter machen kann. Prädiktive und KI-gestützte Analysen sind dabei ein wichtiges Tool, um den Energieverbrauch zu senken.
Ab August 2026 greift die EU-KI-Verordnung AI Act umfassend, mit nationalen Beratungsstellen. KMU haben dann die Möglichkeit, Schulungen zu den Themen Risikomanagement und Governance zu absolvieren. Das Ziel ist die Schaffung eines vertrauensvollen Umfelds, in dem Österreichs Unternehmen KI sicher einsetzen können und international wettbewerbsfähig bleiben. Die Strategie passt sich dynamisch an, um Chancen wie automatisierte Dienstleistungen voll auszuschöpfen.
Der Österreichische Infrastrukturreport 2026 zeichnet ein positives Bild für das Land. 5G deckt rund 99,55 Prozent des Landes ab, Glasfaser erreicht bereits Millionen Haushalte. Nutzer berichten von 93 Prozent Zufriedenheit mit dem zur Verfügung stehenden Telekommunikationsangebot, ein deutlicher Sprung im Vergleich zu früheren Jahren.
Mit dem Netzausbau wird es möglich, Echtzeitanwendungen umzusetzen. Das fängt bei ferngesteuerten Maschinen in der Landwirtschaft an und endet bei VR-Trainings im Rahmen der Berufsausbildung.
Investitionen in gigabitfähige Breitbandverbindungen versprechen greifbare Vorteile für viele Bereiche. Die Produktivität könnte um bis zu 18,5 Prozent steigen, was das Bruttoinlandsprodukt um 89 Milliarden Euro jedes Jahr wachsen ließe. Vor allem ländliche Gebiete profitieren, wenn schnelle Internetverbindungen Homeoffice und Online-Handel ermöglichen.
Der Digital Austria Act 2.0 setzt hier auf Edge-Computing und Cloud-Lösungen für KMU, um Daten nah am Nutzer zu verarbeiten und Latenzen zu minimieren.
Mit diesen Umsetzungen wird Österreichs Rolle als digitaler Vorreiter weiter gestärkt. Unternehmen nutzen 5G für smarte Logistik bei der Echtzeit-Überwachung von Lieferketten, während die Bürger von nahtlosen Streaming- und Telemedizin-Diensten profitieren. Der Ausbau läuft mit EU-Fördermitteln und hat zum Ziel, vorhandene Lücken zu schließen und alle Regionen anzubinden.
117 Maßnahmen und 36 Grundsätze für eine moderne Verwaltung werden im Digital Austria Act gebündelt. Bereits jetzt erreichen 100 Prozent der Bürger eine sichere eID über die ID-Austria. Dieser Meilenstein digitalisiert die Behördengänge im Land.
2026 rückt nun die Förderung von Start-ups in den Fokus, mit Programmen zur Unterstützung von grün-digitalen Lösungen durch junge Talente. Passend dazu hat das City Science Lab Klagenfurt zum Ende des Jahres 2025 seine Arbeit aufgenommen.
Im Land steht die digitale Teilhabe hoch im Kurs. Mehr als 43.000 Menschen haben bereits Workshops der Digitalen Kompetenzoffensive absolviert, darunter Jugendliche, junge Erwachsene, aber auch Senioren. Nebenbei unterstützt das Land Maßnahmen zur Qualifizierung von IKT-Fachkräften, um Nachwuchs in den Bereichen Datenanalyse und Cybersecurity zu schaffen. Der aktuelle Fahrplan wird laufend an EU-Berichte angepasst, um auch repräsentativ in Rankings wie der Digital Economy aufzusteigen.
Im Januar startet mit Smart-Border-Austria ein Meilenstein der Verkehrsoptimierung im Grenzverkehr. Vor allem für Grenzübertritte zwischen Österreich, Liechtenstein und der Schweiz ist die Neuerung von Bedeutung.
Seit Jahresbeginn ist es möglich, elektronische Voranmeldungen im Transitverkehr durchzuführen und damit Grenzkontrollen zu beschleunigen. Digitale Systeme reduzieren die Wartezeit, steigern die Sicherheit und fördern so den Handel mit Nachbarländern.
In der Verwaltung testen Piloten KI-gestützte Chatbots. Sie sollen Anfragen rund um die Uhr bearbeiten und so ein Gefühl der ständigen Verfügbarkeit generieren. Die Logistikbranche integriert zunehmend IoT-Sensoren, um präzise Standortdaten zu ermöglichen, während der Handel auf den Ausbau von kontaktlosen Paymentmethoden setzt. Diese Meilensteine verbinden Digitales nahtlos mit dem Alltag in vielen Situationen und treiben das Wachstum insbesondere in der Logistik und im Handel voran.
Die Digitalen Dekade-Ziele der EU prägen auch Österreichs Weg. Bis 2026 soll die Grundkompetenz bei einer Bevölkerungszahl von rund 80 Prozent liegen, fortgeschrittene Fähigkeiten sollen bei mindestens 60 Prozent vorhanden sein.
Programme wie Digitales Österreich lernen bieten kostenlose Kurse, die von Coding bis Datenschutz reichen.
KMU bekommen Zuschüsse für Digitalisierungsberatung, was wiederum Tausende Firmen in Österreich stärken soll. In der Landwirtschaft werden Drohnen die Ernte vorhersagen, in der Pflege Roboter das Personal unterstützen.
Gesellschaftlich gesehen soll 2026 in Österreich das Jahr der digitalen Normalisierung werden. Während es in den letzten Jahren in vielen Bereichen noch unterrepräsentiert war, muss Österreich jetzt den Weg des Mainstreams gehen. Die Gesellschaft soll an Digitalisierung herangeführt werden und sie künftig so selbstverständlich nutzen, wie frühere analoge Methoden.