Pressemeldungen Juni 2026
50 Jahre Seenforschung in Kärnten
Seit einem halben Jahrhundert steht das Kärntner Institut für Seenforschung (KIS) für wissenschaftliche Gewässerforschung und laufende Beobachtung der Kärntner Seen. Das Jubiläum fällt mit der Veröffentlichung des 40. Kärntner Seenberichts zusammen, der Entwicklungen bei Wasserqualität und ökologischem Zustand dokumentiert.
Für Klimaschutz-Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger ist klar: „Unsere Seen sind Kärntner Lebensqualität, die auch überprüft werden muss. Genau deshalb braucht es das Kärntner Institut für Seenforschung.“ Der aktuelle Bericht zeige erfreuliche Entwicklungen bei den Nährstoffverhältnissen, mache aber auch deutlich, wie sensibel kleinere Gewässer auf Witterung, Temperatur und Wasserhaushalt reagieren.
Während anfangs vor allem Gewässergüte, Nährstoffbelastung und Sanierungsmaßnahmen im Fokus standen, untersucht das Institut heute zusätzlich Themen wie Klimaveränderung, Wasserpflanzen, Fischbestände, Nutzung und Uferstrukturen.
Für den aktuellen Bericht wurden die Daten aus dem Jahr 2025 ausgewertet. Bewertet wurden der Nährstoffstatus von 41 Seen sowie der ökologische Gesamtzustand der neun größten Kärntner Seen. Dafür entnahm das KIS insgesamt 1.318 Wasserproben für chemische und biologische Analysen.
Der Bericht zeigt im Vergleich zum Vorjahr Verbesserungen: Nach einer generellen Nährstoffzunahme im Jahr 2024 wurde 2025 wieder eine Abnahme der Phosphorkonzentration festgestellt. Insgesamt verbesserten sich elf Seen um eine Klasse, darunter der Keutschacher See, Gösselsdorfer See, Linsendorfer See, Silbersee, Forstsee, Hafnersee, Vassacher See, Pirkdorfer See, St. Andräer See, St. Urban See und Zmulner See.
Besonders positiv entwickelte sich laut Bericht der Keutschacher See, der wieder als nährstoffarm bewertet wurde. Weniger Nährstoffe bedeuten in der Regel weniger Algenwachstum und stabilere ökologische Verhältnisse.
Neben der Forschung setzt das Land Kärnten verstärkt auf Austausch und Beteiligung. Ein Beispiel dafür ist der „Seendialog Wörthersee“, der gemeinsam mit dem Bund umgesetzt wird. Ziel ist es, Ökologie, Tourismus, Freizeitnutzung und Naturschutz besser in Einklang zu bringen. Themen wie Wasserpflanzen, Fischbestände, Wellenschlag, Ufergestaltung und Klimaveränderung werden dabei gemeinsam mit Gemeinden, Fachleuten, Nutzergruppen und Bevölkerung diskutiert.
„Der Wörthersee lebt von seiner Natur und von den Menschen, die ihn nutzen, schützen und schätzen“, betont Lagger-Pöllinger. Ziel sei es, den See auch künftig als Naturraum, Erholungsraum und Teil der Kärntner Lebensqualität zu erhalten.
Der aktuelle Kärntner Seenbericht ist unter https://kis.ktn.gv.at/ abrufbar.
Foto: Kärntner Institut für Seenforschung