Pressemeldungen September 2026
Tierschützer verbrachten am Heiligengeistplatz mehrere Stunden auf Vollspaltenböden
Mehr als elf Stunden verbrachten am Samstag zwei Tierschützer am Heiligengeistplatz in Klagenfurt auf unterschiedlichen Vollspaltenböden. Mit der Aktion wollte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) auf die Haltungsbedingungen von Schweinen aufmerksam machen und die Bundesregierung an die weitere Neuregelung der Schweinehaltung erinnern.
Von 6.50 bis 18 Uhr saß einer der Tierschützer auf einem klassischen „unstrukturierten“ Vollspaltenboden, der andere auf der neuen „strukturierten“ Variante. Beiden standen jeweils 0,65 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.
Nach Angaben des VGT soll der klassische Vollspaltenboden 2034 beziehungsweise 2038 auslaufen. Bei der neuen Variante, der sogenannten „Gruppenhaltung Neu“, weist auf einem Drittel der Bodenfläche nur die Hälfte der Fläche Spalten auf. Die ursprünglich vorgesehene Ablauffrist für diesen „strukturierten“ Vollspaltenboden wurde laut VGT bei der Gesetzesänderung im Juni 2025 aufgehoben.
Der VGT verweist außerdem auf ein im Tierschutzgesetz vorgesehenes wissenschaftliches Projekt zur Strohschweinehaltung, das im November 2026 enden soll. Danach müsse laut Tierschutzgesetz auf Basis der Erkenntnisse ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung festgelegt werden.
Der Protest am Heiligengeistplatz fand direkt vor einer SPAR-Filiale statt. Hintergrund ist laut VGT ein seit 2022 laufender Rechtsstreit zwischen der Tierschutzorganisation und dem Unternehmen. SPAR klagte nach Kritik des VGT unter anderem auf Unterlassung und Widerruf.
Der bislang letzte Verhandlungstag fand laut VGT am 2. März 2026 statt. Seither warte man auf das Urteil erster Instanz. Die bisher entstandenen Kosten beziffert der VGT mit 80.000 Euro.
Foto: VGT.at