Pressemeldungen September 2026
LK Kärnten fordert Dürre-Notfall-Mechanismus von der EU
Hunderte Hektar konnten im Dürresommer 2026 in Kärnten nicht für Futterzwecke genutzt werden. Die notwendigen Lockerungen bei den Bewirtschaftungsauflagen durch die EU-Kommission kamen laut Landwirtschaftskammer Kärnten zu spät und nicht in ausreichendem Ausmaß. Viele Betriebe mussten deshalb teure Futtermittel zukaufen.
„Bei einer Dürre hat die Sicherung der Futtergrundlage oberste Priorität. In solchen Situationen muss es möglich sein, Flächen, die für EU-Biodiversitätszwecke stillgelegt werden müssen, ausnahmsweise zur Nutzung freizugeben. Diese Entscheidung gehört in die Hände der Mitgliedsstaaten, sonst dauert es zu lange“, sagt LK-Präsident Siegfried Huber.
Gemeinsam mit 20 agrarischen Verbänden fordert die LK Kärnten einen Krisen-Mechanismus, mit dem die Mitgliedsstaaten auf Basis objektiver Kriterien selbst über die Freigabe von Biodiversitätsflächen entscheiden können. Huber übergab das gemeinsame Schreiben in Brüssel persönlich an EU-Agrarkommissar Christophe Hansen und führte weitere Gespräche mit Vertretern der EU-Institutionen.
„Ich bin überzeugt, dass es für den Agrarkommissar und die Behörden in Brüssel wichtig ist, wenn sie aus erster Hand von den Problemen vor Ort erfahren. Mein Ziel ist es, Verständnis für unser Anliegen zu schaffen. Wir brauchen in Fällen von Dürre ein Instrument, dass uns mehr Handlungsspielraum gibt. Rechtssicher, unbürokratisch und ohne Prämienverlust für die betroffenen Betriebe. Die Gespräche sind konstruktiv verlaufen. Ich hoffe, dass jetzt Bewegung in die Sache kommt. Wir werden jedenfalls nicht lockerlassen“, erklärt Huber.
Die Landwirtschaftskammer verweist auf das „El Niño“-Wetterphänomen und eine dadurch bereits im kommenden Jahr mögliche weitere Dürre.
„Wir müssen uns jetzt vorbereiten und funktionierende Kriseninstrumente schaffen. Unsere Forderung ist klar: mehr Vertrauen in die Mitgliedstaaten und mehr Entscheidungsfreiheit vor Ort“, betont Huber.
Foto: LKÖ