Pressemeldungen September 2026
AREA Süd: Kärnten und Steiermark vertiefen Zusammenarbeit
Mit der Eröffnung der Koralmbahn im vergangenen Dezember sind Kärnten und die Steiermark auch auf der Schiene näher zusammengerückt. Bei einem Treffen der beiden Landesregierungen in Graz beschlossen Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner und sein steirischer Amtskollege Mario Kunasek gemeinsam mit ihren Regierungsteams nun 24 Anträge zur Vertiefung der Zusammenarbeit.
Im Mittelpunkt standen Wirtschaft und Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Bildung und Forschung, Gesundheit, Tourismus sowie der Krisen- und Katastrophenschutz. Der gemeinsame Zukunftsraum soll künftig unter dem Namen AREA Süd auftreten. Diese Bezeichnung hatten die Wirtschaftskammern Kärnten und Steiermark bereits Jahre vor der Eröffnung der Koralmbahn entwickelt und positioniert.
Nach Angaben der Wirtschaftskammern umfasst der Wirtschaftsraum rund 1,8 Millionen Menschen, mehr als 50.000 Arbeitgeberbetriebe mit etwa 730.000 Beschäftigten und eine Wirtschaftsleistung von knapp 70 Milliarden Euro. Entlang der Achse Graz–Klagenfurt entstehe damit nach Wien der zweitgrößte Ballungsraum Österreichs.
Eine gemeinsame Befragung der Wirtschaftskammern Kärnten und Steiermark unter mehr als 1.000 Unternehmen hatte 2025 ergeben, dass 90 Prozent eine verstärkte Kooperation zwischen den beiden Bundesländern positiv oder überwiegend positiv beurteilen.
„Aus einer Vision der Wirtschaft wird Schritt für Schritt politische Realität. Dass beide Landesregierungen die Zusammenarbeit nun derart intensivieren und sich zur Dachmarke AREA Süd bekennen, ist ein echter Meilenstein. Darauf dürfen wir durchaus ein wenig stolz sein“, erklären Josef Herk und Jürgen Mandl.
Für die WK-Direktoren Meinrad Höfferer aus Kärnten und Karl-Heinz Dernoscheg aus der Steiermark geht es nun darum, die Zusammenarbeit mit konkreten Inhalten zu füllen.
„Ein gemeinsamer Name schafft Identität und Sichtbarkeit. Entscheidend ist jetzt, die AREA Süd mit konkreten Inhalten zu füllen – vom Ausbau der Infrastruktur über einen gemeinsamen Arbeits- und Bildungsraum bis hin zu abgestimmten Standortbedingungen. Kärnten und die Steiermark sollen künftig nicht gegeneinander um Chancen kämpfen, sondern gemeinsam neue Chancen schaffen.“
Die bei der Länderkonferenz gefassten Beschlüsse reichen von einer gemeinsamen Hochschulstrategie bis 2030 über eine verstärkte Kooperation in Medizin und Gesundheitsversorgung bis zu gemeinsamen Initiativen in Forschung, Tourismus, Katastrophenschutz und Infrastruktur.
Als nächsten Schritt schlagen Mandl und Herk eine gemeinsame Organisationsstruktur vor. Diese soll verschiedene Beteiligte des gemeinsamen Wirtschaftsraums einbinden und dessen koordinierte Weiterentwicklung vorantreiben. Nach den Vorstellungen der Wirtschaftskammern soll dabei keine weitere Behörde entstehen.
Vorgesehen sind drei Ebenen: Der AREA Süd Zukunftsrat soll für die strategische Steuerung durch Länder, Sozialpartner, Städte und zentrale Institutionen zuständig sein. Das AREA Süd Entwicklungsforum soll verschiedene Beteiligte einbinden und gemeinsame Projekte entwickeln. Das AREA Süd Management ist als kleine hauptamtliche Geschäftsstelle vorgesehen, die Projekte koordiniert, Fördermittel erschließt, Fortschritte misst und die Marke führt.
Zum Entwicklungsforum sollen unter anderem die beiden Länder und Wirtschaftskammern, die Städte Graz, Klagenfurt und Villach, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Industriellenvereinigungen, Arbeiterkammern, AMS-Landesorganisationen, Tourismusverbände, Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen, Flughäfen sowie Vertreter der Regionen und Leitbetriebe gehören.
Die Wirtschaftskammern sprechen sich außerdem für eine paritätische Trägerschaft und Führung durch Kärnten und die Steiermark sowie einen jährlich veröffentlichten AREA-Süd-Monitor aus. Dieser soll anhand von Kennzahlen zeigen, wie sich Pendlerströme, Arbeitsmarkt, Betriebsansiedlungen, Forschung, Verkehr, Tourismus und gemeinsame Projekte entwickeln.
„Wir haben immer gesagt: Mit der Koralmbahn wächst zusammen, was zusammengehört. Nun wird aus diesem Satz ein konkretes gemeinsames Programm“, betonen Herk und Mandl. „Die AREA Süd ist heute keine bloße Zukunftsidee mehr. Sie wird zu einem realen Wirtschafts- und Lebensraum – und zu einer starken neuen Stimme im Süden Österreichs.“
Foto: Florian Wieser