Pressemeldungen September 2026
Anexia gewinnt TRIGOS Kärnten 2026 für KI-System im Schienenverkehr
Das Klagenfurter Technologieunternehmen Anexia hat den TRIGOS Kärnten 2026 in der Kategorie Klimaschutz gewonnen. Prämiert wurde „Anexia Rail“, ein Planungssystem für den Schienenverkehr, das künstliche Intelligenz und mathematische Optimierung in die Logistik- und Personalplanung der Bahn integriert.
Entwickelt wurde das System von Anexia Digital, einem auf Digital Engineering spezialisierten Unternehmen der Anexia Group, gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen und der Universität Klagenfurt.
Ein Schwerpunkt von Anexia Rail liegt auf der Lokumlaufplanung. Dabei geht es darum, welche Lokomotive zu welchem Zeitpunkt welchen Zug zieht, wann sie gewartet werden muss und wo sie anschließend benötigt wird.
Eine Planung, die bisher mehrere Tage beanspruchte, erledigt der Algorithmus laut Anexia innerhalb weniger Sekunden. Bei tausenden Zügen und Lokomotiven sucht das System automatisch nach effizienten Kombinationen. Dadurch sollen weniger Triebfahrzeuge benötigt, Leerfahrten reduziert und die CO2-Emissionen um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden.
„Anexia Rail zeigt, wofür wir als Unternehmen stehen: umfassende Stärkung von offenen Standards, die solide Grundlagen für digitale Weiterentwicklung und strategische Unabhängigkeit schaffen. Das ist für uns digitale Souveränität in der Praxis und zugleich verantwortungsvolles Wirtschaften in einer hochvernetzten Welt", sagt Alexander Windbichler, Gründer und CEO der Anexia Group.
Das System soll auch dabei helfen, über Jahrzehnte aufgebautes Wissen in der Bahnplanung zu sichern. Gute Entscheidungen waren laut Aussendung lange stark vom Wissen einzelner Disponenten abhängig. Mit dem bevorstehenden Generationenwechsel bestehe die Gefahr, dass dieses Wissen verloren geht.
Hinter Anexia Rail steht ein Team aus Mathematikern, Software-Architekten und Projektmanagern von Anexia Digital. Es kümmert sich laufend um Weiterentwicklung, Implementierung und Partnermanagement.
„Für ein komplexes Optimierungsproblem dieser Größenordnung – in der Fachliteratur als dynamisches Rolling Stock Rotation Problem bezeichnet – gab es in der akademischen Literatur bisher keine praxistaugliche Lösung“, sagt Philipp Hungerländer, Professor am Institut der Mathematik an der Universität Klagenfurt. „Mit Anexia Rail ist uns hier ein echter Technologiesprung gelungen.“
„Anexia Rail steht für das, was wir unter verantwortungsvoller Technologieentwicklung verstehen: ein Projekt, das über Jahre gewachsen ist, gemeinsam mit öffentlichen Partner:innen wie den ÖBB und der Universität Klagenfurt, und das am Ende messbar etwas verändert", sagt Patrick Kulterer, CEO der Anexia Digital.
Die Jury hob besonders hervor, wie Anexia Rail Herausforderungen wie steigende Transportvolumina, Fachkräftemangel und eine wachsende Systemkomplexität im Bahnsektor aufgreift. Die zugrunde liegende Optimierungslogik ist nicht ausschließlich auf den Schienenverkehr beschränkt. Sie könne auch auf andere Bereiche mit vergleichbarer Komplexität übertragen werden, beispielsweise auf das Gesundheitswesen und die Logistik.
Der TRIGOS Kärnten wird seit 2008 an Unternehmen vergeben, die verantwortungsvolles Wirtschaften nachweislich umsetzen. Getragen wird die Auszeichnung von BKS Bank, Wirtschaftskammer Kärnten, Industriellenvereinigung Kärnten, Caritas Kärnten, Umweltdachverband, Rotem Kreuz Kärnten und respACT.
Anexia beschäftigt laut Unternehmensangaben 500 Mitarbeiter und verfügt über ein Netzwerk von mehr als 100 Rechenzentrumsstandorten in 70 Ländern. Neben dem Hauptsitz in Klagenfurt gibt es Niederlassungen in Wien, Graz, Karlsruhe und New York City.
Foto: Anexia