Pressemeldungen September 2025
Unfälle beim Heimwerken um 12 Prozent in Österreich gestiegen
Heimwerken gehört in vielen Haushalten zum Alltag. Regale montieren, Möbel zusammenbauen oder kleine Reparaturen durchführen, viele greifen gerne selbst zu Werkzeug und Material. Doch dabei kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat nun aktuelle Zahlen veröffentlicht, die einen deutlichen Anstieg zeigen: 2024 wurden österreichweit 10.600 Verletzte registriert, um 12 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit verletzen sich fast 30 Menschen pro Tag bei Arbeiten im Haus oder im Garten.
Besonders häufig passieren Unfälle mit Leitern. Jeder fünfte Unfall steht damit in Zusammenhang. Mit 2.100 Verletzten wurde 2024 sogar ein neuer Höchstwert erreicht. Schon eine kleine Schieflage kann gefährlich werden. „Bereits ein Zentimeter reicht, damit eine Leiter instabil wird und kippt. Achten Sie daher unbedingt auf einen festen Stand und den richtigen Anstellwinkel“, erklärt Dr. Johanna Trauner-Karner vom KFV.
Neben Leitern sorgen auch Schneidewerkzeuge (1.000 Verletzte), Holzsplitter und Bretter (700), Bohrer (500) sowie Möbelstücke wie Kästen und Kommoden (500) für Verletzungen. In rund 1.200 Fällen waren keine direkten Gegenstände beteiligt, sondern Stürze die Hauptursache.
Ein Drittel aller Unfälle ereignet sich im Herbst. Zwischen September und November 2024 zählte das KFV 3.500 Verletzte. Der Oktober war mit 1.400 Verletzten der unfallreichste Monat, gefolgt vom September mit 1.200 und dem November mit 900 Verletzten. „Viele wollen noch rasch Arbeiten vor dem Winter erledigen. Kürzere Tage und schlechtere Lichtverhältnisse erhöhen dabei das Risiko zusätzlich“, so Trauner-Karner.
Der typische Unfallbetroffene ist ein Mann zwischen 50 und 64 Jahren. Diese Altersgruppe macht rund ein Drittel aller Heimwerkerunfälle aus. Insgesamt liegt der Männeranteil bei 82 Prozent. Besonders betroffen sind Finger und Hände, häufigste Folgen sind Knochenbrüche, Schnittwunden sowie Sehnen- und Muskelverletzungen.
Mehr als 60 Prozent der Verletzten geben an, durch Unachtsamkeit oder Zerstreutheit verunglückt zu sein. Weitere Ursachen sind Fehleinschätzungen (9 Prozent) oder Ablenkung (6 Prozent). In 93 Prozent der Fälle wurde keine Schutzausrüstung wie Handschuhe oder Schutzbrille getragen.
Das KFV rät allen Hobby-Heimwerkern zu mehr Vorsicht und besserer Planung. Schutzkleidung, sicheres Werkzeug und eine realistische Selbsteinschätzung könnten viele Unfälle verhindern. Wer konzentriert arbeitet und die wichtigsten Sicherheitsregeln einhält, kann das Verletzungsrisiko deutlich verringern.