Pressemeldungen Oktober 2026
Ingeborg-Bachmann-Ausstellung im kärnten.museum in Klagenfurt eröffnet
Am Samstag, 17. Oktober 2026, dem Todestag von Ingeborg Bachmann, eröffnete Kulturreferentin LHStv.in Gaby Schaunig im kärnten.museum die Sonderausstellung „Ingeborg Bachmann. In einer österreichischen Stadt“. Im Jahr ihres 100. Geburtstags steht damit eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der europäischen Nachkriegsliteratur im Mittelpunkt.
Die Schau widmet sich Bachmanns Leben, ihrem literarischen Schaffen und ihrer internationalen Bedeutung. Sie ist Teil des Kärntner Kulturjahres 2026 unter dem Motto „Jahr der Literatur/Leto literature“.
„Ingeborg Bachmann hat mit ihrer Literatur nicht nur die Welt beschrieben, sondern immer auch die Frage gestellt, wie sie verändert werden kann. Ihr Ringen um eine neue, wahrhaftige Sprache, die den Verhältnissen auf den Grund geht, ist heute so aktuell wie vor Jahrzehnten. Dass wir ihr Werk auf so eindrucksvolle Weise zugänglich machen können, ist ein starkes Zeichen für die Bedeutung der Literatur in unserem Land“, betonte Schaunig.
Zur Eröffnung war auch Ingeborg Bachmanns Bruder Heinz Bachmann nach Klagenfurt gekommen. Schauspielerin Magda Kropiunig las aus den Texten „Jugend in einer österreichischen Stadt“ und „Böhmen liegt am Meer“. Gaby Schaunig hob die besondere Bedeutung Kärntens als Literaturland hervor und würdigte die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Nationalbibliothek sowie die Beteiligung von Anselm Kiefer.
„Kärnten ist ein Literaturland von außergewöhnlicher Dichte und internationaler Strahlkraft. Unsere Autorinnen und Autoren haben dieses Land immer wieder kritisch hinterfragt, seine Geschichte beleuchtet und damit auch seine Weiterentwicklung mitgestaltet. Dass mit Anselm Kiefer einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit Ingeborg Bachmann seine Reverenz erweist und dass uns die Österreichische Nationalbibliothek mit wertvollen Originaldokumenten unterstützt, ist eine große Auszeichnung. Mein herzlicher Dank gilt allen, die diese besondere Begegnung mit Bachmanns Werk möglich gemacht haben“, so Schaunig.
Die Sonderausstellung wurde vom Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek gemeinsam mit dem Literaturhaus München konzipiert. Für die Präsentation im kärnten.museum wurde sie mit Exponaten aus den eigenen Beständen ergänzt und erweitert. Zu sehen sind Manuskripte, Typoskripte und Briefe aus Bachmanns literarischem Nachlass, der von der Österreichischen Nationalbibliothek verwahrt wird und in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen wurde.
Die Ausstellung beleuchtet Bachmanns Auseinandersetzung mit Krieg, Krankheit sowie Beziehungs- und Geschlechterverhältnissen. Auch ihre Beschäftigung mit Musik und Philosophie sowie wichtige Orte ihrer Schreibbiografie werden thematisiert. Filmausschnitte, Fotografien und Tonaufnahmen ergänzen die Einblicke in ihr Leben und Werk.
Ein besonderer Bestandteil der Ausstellung ist die künstlerische Intervention des international renommierten Malers und Bildhauers Anselm Kiefer. Er bespielt einen eigenen Raum und bringt darin seine tiefe Verbundenheit mit dem Werk Ingeborg Bachmanns zum Ausdruck.
Bereits im Juni 2026 wurde seine Skulptur „Die Orden der Nacht“ vor dem Ingeborg Bachmann Haus enthüllt.
Foto: Büro Schaunig