Pressemeldungen Oktober 2026
Flugpolizei am Flughafen Klagenfurt: 400 Prozent mehr Waldbrandeinsätze
Die Flugeinsatzstelle des Bundesministeriums für Inneres (BMI) am Flughafen Klagenfurt blickt auf eine besonders fordernde Waldbrandsaison zurück. Die Zahl der Waldbrandeinsätze ist gegenüber dem Vorjahr um rund 400 Prozent gestiegen. Auch der große Waldbrand im Lesachtal stellte die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen.
„Unsere Aufgaben sind sehr vielfältig. Neben sicherheitspolizeilichen Einsätzen unterstützen wir auch bei Katastrophen und Elementarereignissen im Rahmen der Ersten Allgemeinen Hilfeleistungspflicht gemäß Sicherheitspolizeigesetz. Dazu zählen beispielsweise Waldbrandbekämpfung sowie Lawinen- und Hochwassereinsätze“, erklärt Josef Samonig, Leiter der Flugeinsatzstelle Klagenfurt.
Im Durchschnitt absolviert das Team rund drei Einsätze pro Tag. Die Flugpolizei ist rund um die Uhr einsatzbereit und kann bei einer Alarmierung innerhalb von etwa fünf Minuten starten.
Neben Wiener Neustadt und Salzburg zählt der Flughafen Klagenfurt zu den drei Schwerpunktstandorten der Flugpolizei in Österreich. Zwei Hubschrauber der Typen AS350 B3 und EC135 sind hier dauerhaft stationiert. Bei größeren Einsätzen können weitere Hubschrauber aus anderen Bundesländern angefordert werden. Der Flughafen bietet wichtige Voraussetzungen für den Flugbetrieb. Dazu gehören die Flugsicherung, Bodeneinrichtungen und ein Instrumentenlandesystem. Durch die Lage in Klagenfurt können auch alpine Einsatzgebiete in Kärnten rasch erreicht werden. Bei Bedarf unterstützt die Flugpolizei außerdem Einsätze in anderen Bundesländern und im Ausland. Ein Beispiel ist die große Waldbrandbekämpfung 2022 in Nova Gorica in Slowenien.
„Ein Flughafen ist weit mehr als ein Ort für Passagier- und Linienverkehr. Gerade beim Thema Sicherheit zeigt sich die Bedeutung einer leistungsfähigen Infrastruktur und starker Partner. Die Flugeinsatzstelle des Innenministeriums ist ein wichtiger Teil dieses Sicherheitsnetzwerks. Wir sind stolz, dass Klagenfurt einer von drei Schwerpunktstandorten der Flugpolizei in Österreich ist“, betont Flughafen Geschäftsführer Maximilian Wildt.
Auch Landeshauptmann Stellvertreter Martin Gruber unterstreicht die Bedeutung des Standorts: „Die Flugeinsatzstelle ist ein Beispiel dafür, wie wichtig der Flughafen Klagenfurt nicht nur für Wirtschaft und Tourismus, sondern vor allem auch für die Sicherheit der Bevölkerung ist. Gerade in Notfällen, die für die Flugeinsatzstelle des BMI an der Tagesordnung sind, hat der Flughafen Klagenfurt eine zentrale Rolle als kritische Verkehrsinfrastruktur in unserem Bundesland“, so Gruber.
Zur Flugeinsatzstelle Klagenfurt gehören sieben Piloten und 14 sogenannte Flight/FLIR Operatoren. Diese sind Flugretter und ausgebildete Polizei Bergführer. Damit verfügen sie über besondere Kenntnisse für Einsätze im alpinen Gelände. Vor jedem Einsatzdienst stehen technische Kontrollen der Hubschrauber, Wettervorbereitungen, Gewichtsberechnungen und Besprechungen mit der Besatzung auf dem Programm. Der Weg zum Flugpolizeipiloten beginnt mit der Polizeiausbildung. Danach folgen ein mehrstufiges Auswahlverfahren und eine rund drei bis vier Jahre dauernde Pilotenausbildung.
Derzeit absolvieren fünf angehende Piloten ihre weitere Ausbildung am Standort Klagenfurt. Dazu gehört auch das Training von Außenlandungen im hochalpinen Gelände.
„Von rund 32.500 Exekutivbediensteten in Österreich sind nur rund 42 als Hubschrauberpiloten, davon 2 Pilotinnen, tätig. Dazu kommen derzeit fünf Piloten in Ausbildung. Das zeigt, wie spezialisiert diese Tätigkeit ist und welchen Stellenwert eine umfassende Ausbildung und laufendes Training haben“, erklärt Samonig.
Bei Suchaktionen, Rettungseinsätzen und Naturkatastrophen arbeitet die Flugpolizei eng mit der Landespolizeidirektion Kärnten, Feuerwehr, Bergrettung, Wasserrettung, Rotem Kreuz und weiteren Einsatzorganisationen zusammen. Besonders im alpinen Gelände stellen rasche Wetterwechsel, Wind, schwieriges Gelände und schlechte Sicht hohe Anforderungen an die Besatzungen.
„Unsere Einsätze finden oft unter anspruchsvollen Bedingungen statt und verlangen rasche Entscheidungen, hohe fliegerische Präzision und großes Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig muss jeder Handgriff im Team sitzen. Genau diese Kombination aus Können, Verantwortung und Teamarbeit macht die Tätigkeit für mich so besonders“, so Samonig.
Die Flugeinsatzstelle am Flughafen Klagenfurt ist damit ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitsversorgung in Kärnten und unterstützt bei Bedarf auch Einsätze über die Landesgrenzen hinaus.
Foto: Flughafen Klagenfurt