Pressemeldungen Oktober 2026
Live Operationen am Klinikum Klagenfurt zeigen schonende Behandlung von Harnsteinen
Wie können Harnsteine möglichst schonend entfernt werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich internationale Fachärzte beim Alpe-Adria-Meeting am 19. und 20. Oktober im Klinikum Klagenfurt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen acht Live Operationen, bei denen moderne, minimalinvasive Behandlungsmethoden vorgestellt wurden.
„Oberarzt Dr. Alessandro Conti, Experte für Steinchirurgie, zeigte dabei die neuesten Techniken der sogenannten FANS-Ureterorenoskopie“, berichtet Prim. PD Dr. Orietta Dalpiaz, Leiterin der Urologie am Klinikum Klagenfurt.
Bei den Eingriffen kommen besonders dünne, flexible Endoskope und moderne Lasertechnologie zum Einsatz. Die Harnsteine werden gezielt zerkleinert oder pulverisiert. Anschließend können die kleinen Steinfragmente mithilfe spezieller Absaugschleusen entfernt werden. „So lassen sich auch größere Harnsteine in geeigneten Fällen ohne Hautschnitt und unter möglichst geringer Belastung des Nierengewebes behandeln“, erklärt Dalpiaz.
Abhängig von Größe und Härte der Harnsteine kann ein Eingriff unter geeigneten Voraussetzungen innerhalb von maximal eineinhalb Stunden durchgeführt werden. Verläuft die Behandlung ohne Komplikationen, ist eine Entlassung bereits am nächsten Tag möglich.
An der Fachveranstaltung nahmen Experten aus Ljubljana und Maribor sowie niedergelassene Urologen teil. Neben den Live Operationen standen auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Behandlungsmethoden im Mittelpunkt. „Neben den Live-Operationen bot ein gemeinsames Abendmeeting Gelegenheit, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, neue Leitlinien und operative Erfahrungen zu diskutieren“, berichtet Dalpiaz. Der fachliche Austausch soll dazu beitragen, moderne Behandlungsmethoden weiterzuentwickeln und Patienten möglichst schonend zu behandeln.
Neben der operativen Behandlung möchte das Klinikum Klagenfurt künftig auch die Vorbeugung von Harnsteinen stärker berücksichtigen. Eine spezialisierte Steinambulanz soll helfen, persönliche Risikofaktoren für die erneute Bildung von Harnsteinen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung einzuleiten.
Foto: KABEG