Pressemeldungen Mai 2026
„Lievalleen“: Bachmannpreisträger Wawerzinek präsentierte Dokumentarfilm im Musil Haus
Kulturreferent Stadtrat Mag. Franz Petritz begrüßte den Schriftsteller und ehemaligen Bachmannpreisträger.
Klagenfurt ist für den deutschen Schriftsteller Peter Wawerzinek kein unbekanntes Pflaster. Hier gewann er 2010 mit seinem Roman „Rabenliebe“ den Ingeborg Bachmann-Preis sowie den Publikumspreis und war ein Jahr später Stadtschreiber. Immer wieder ist er in Klagenfurt anzutreffen, meist im Zusammenhang mit den Tagen der deutschsprachigen Literatur. Am vergangenen Wochenende stellte Wawerzinek im Musil Haus den Dokumentarfilm „Lievalleen“ vor.
Kulturreferent Stadtrat Mag. Franz Petritz ließ es sich nicht nehmen, den Schriftsteller persönlich zu begrüßen. „Es ist immer wieder eine große Freude, Peter Wawerzinek zu sehen und hier in Klagenfurt, wo zumindest ein Mosaikstein seiner literarischen Karriere gelegt wurde, willkommen heißen zu können“, so Petritz, der sich von „Lievalleen“ tief berührt zeigte. Stadtrat Petritz verwies auch auf die Tatsache, dass der Film als eine Reminiszenz an das Jahr 2010 verstanden werden könne. In diesem Jahr gelang Peter Wawerzinek in Klagenfurt mit einem Auszug aus dem damals noch unveröffentlichten Roman „Rabenliebe“, in dem er die einzige Begegnung mit seiner Mutter bearbeitet, ein schriftstellerisches „Comeback“.
In „Lievalleen“ gehen der Schriftsteller Peter Wawerzinek und seine Schwester Beate gemeinsam auf Spurensuche. Sie besuchen die Orte ihrer Kindheit, sprechen über das Leid, das sie erlebt haben, und über die Verletzungen, die geblieben sind. Der Film schildert eindringlich wie die Eltern des Schriftstellers und Bachmannpreisträgers Peter Wawerzinek beide Kinder, ihn und seine Schwester Beate, allein in ihrer Wohnung in der ehemaligen DDR zurücklassen und nach Westdeutschland flüchten. Dort angekommen erklären die Eltern ihre Kinder für tot. Peter kommt in die Obhut zweier Kinderheime, mit 11 Jahren wird er adoptiert. Seine Schwester Beate wird als „nichtentwicklungsfähig“ eingeschätzt, in eine Psychiatrie weggesteckt. 15 Jahre vergehen, ehe Bruder und Schwester wieder zusammenkommen. Eine späte Suche nach der Mutter und der Kindheit beginnt. Mehr: www.lievalleen.de
Zum ersten Mal waren neben Wawerzinek auch seine Schwester Beate Runge und Steffen Sebastian, der Regisseur des Films „Lievalleen“, im Klagenfurter Musil Haus zu Gast. Die Veranstaltung wurde vom Kärntner Schrifstellerverband in Kooperation mit dem Robert Musil Literatur Museum durchgeführt.
Foto: Büro Stadtrat Petritz