Pressemeldungen Mai 2026
Katzen, Glasscheiben und Heckenschnitt: BirdLife warnt vor Gefahren für Vögel
Siedlungsräume sind für viele Vogelarten ein wichtiger Lebensraum. Doch gerade dort lauern laut BirdLife Österreich zahlreiche Gefahren, die oft unterschätzt werden. Dazu zählen freilaufende Hauskatzen, Glasscheiben sowie Hecken und Bäume, die während der Brutzeit geschnitten werden. Besonders jetzt, wo die Brutzeit läuft und erste Jungvögel flügge werden, sei Aufmerksamkeit wichtig.
Mit mehr als 1,5 Millionen Tieren sind Hauskatzen das beliebteste Haustier Österreichs. Viele von ihnen werden im Freigang gehalten. BirdLife weist darauf hin, dass freilaufende Katzen vor allem im Siedlungsraum eine Gefahr für Vögel darstellen können.
„Damit zählt die Hauskatze zum zahlenmäßig bedeutsamsten mittelgroßen Beutegreifer in Siedlungsnähe, was sich vielerorts problematisch auf den Vogelbestand auswirken kann“, sagt Evelyn Hofer von BirdLife Österreich. Besonders gefährdet sind Vogelarten, die in Siedlungen oder in deren Umfeld brüten und sich häufig am Boden aufhalten. Genannt werden unter anderem Amsel, Hausrotschwanz, Girlitz, Bluthänfling und Grünling.
BirdLife empfiehlt Besitzern von Freigängerkatzen unter anderem, die Kastrationspflicht einzuhalten, den Freigang vor allem in der Dämmerung einzuschränken und ausreichend proteinreiches Futter anzubieten. Auch bunte Stoffhalsbänder und tägliche Beschäftigung können laut BirdLife dazu beitragen, weniger Vögel zu gefährden.
Eine weitere große Gefahr ist der Anprall an Glasscheiben. Millionen Vögel sterben jährlich, weil sie mit Fenstern, Wintergärten, Wartehäuschen oder Lärmschutzwänden kollidieren. Der Grund: Transparente Glasflächen sind für Vögel nicht erkennbar. Auch Spiegelungen können gefährlich sein, weil Vögel darin Lebensraum sehen und direkt auf die Scheibe zufliegen.
BirdLife empfiehlt daher flächig wirkende Markierungen, die sich deutlich von der Umgebung abheben. Nur solche Lösungen hätten sich in Tests als wirksam gegen Vogelkollisionen erwiesen.
Auch unsachgemäßer Hecken und Baumschnitt kann Vögel gefährden. Heimische Sträucher und Hecken bieten Nahrung und Brutplätze, werden aber immer wieder während der Brutzeit geschnitten. Dabei können Nester zerstört oder Jungvögel gefährdet werden. Evelyn Hofer warnt: „Doch immer wieder werden diese wichtigen `Kinderstuben´ während der Brutzeit durch Hecken- und Baumschnitt massiv beeinträchtigt oder sogar Brutplätze und Nester zerstört.“
BirdLife Österreich ruft dazu auf, Hecken und Bäume von Anfang März bis Ende August nicht zu schneiden. Außerdem weist die Organisation darauf hin, dass die Naturschutzgesetze der Bundesländer freilebende Tiere in allen Entwicklungsstadien vor Störung, Verletzung oder Tötung schützen. Das Zerstören von Brutstätten ist illegal und kann bei der Bezirksverwaltungsbehörde angezeigt werden.
Foto: Symbolbild