Pressemeldungen März 2026
Wohnkosten in Kärnten explodieren: Plus 12,37 Prozent, Druck auf Mieter wächst massiv
Die Wohnkosten in Kärnten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen und entwickeln sich für viele Haushalte zunehmend zur finanziellen Belastung. Das zeigt die aktuelle Wohnkostenstudie der Arbeiterkammer Kärnten, die vom Joanneum Research ausgewertet wurde. Demnach sind die Wohnkosten seit der letzten Erhebung im Jahr 2023 im Schnitt um 12,37 Prozent gestiegen.
Insgesamt nahmen 1.050 Kärntner Haushalte an der Studie teil. Erstmals wurden neben Mietwohnungen auch verstärkt Eigentum und Eigenheime berücksichtigt, um ein umfassendes Bild der Situation zu erhalten.
Besonders betroffen sind Haushalte mit niedrigem Einkommen. Laut Studie gilt: Je geringer das Einkommen, desto höher der Anteil der Wohnkosten am Budget. In den niedrigsten Einkommensgruppen müssen Haushalte teilweise mehr als 50 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aufbringen.
„Für viele Haushalte ist die Wohnung zum größten Kostenblock geworden, noch vor Energie, Lebensmitteln oder Mobilität“, erklärt AK-Präsident Günther Goach. Rund 58 Prozent der Mieterinnen und Mieter geben an, aufgrund der steigenden Wohnkosten auf andere Ausgaben verzichten zu müssen.
Zudem denken viele über einen Wohnungswechsel nach:
ziehen einen Umzug aufgrund der Kosten in Betracht.
Ein deutlicher Unterschied zeigt sich zwischen privatem und gefördertem Wohnbau.
Studienautor Eric Kirschner (Joanneum Research) erklärt: „Wo Genossenschaften stark vertreten sind, steigen die Preise langsamer. Fehlt dieses Gegengewicht, ziehen die privaten Mieten deutlich stärker an.“
Besonders hohe Wohnkosten werden weiterhin im Zentralraum rund um Klagenfurt und Villach verzeichnet. Aber auch Städte wie Feldkirchen geraten zunehmend unter Preisdruck. Die vergleichsweise günstigsten Mieten gibt es in den Bezirken Völkermarkt und Hermagor.
Obwohl die Energiepreise zuletzt etwas gesunken sind, liegen sie weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Krise. Viele Kosten schlagen sich zeitverzögert in Betriebskosten- und Heizabrechnungen nieder.
„Schlechte Dämmung oder veraltete Gebäude treffen letztlich die Mieterinnen und Mieter – nicht jene, die über Investitionen entscheiden“, erklärt Michael Tschamer, Leiter des AK-Referats Mietrecht & Wohnen.
Die Studie zeigt auch einen Rückgang der Zufriedenheit, insbesondere im genossenschaftlichen Wohnbau. Gründe dafür sind unter anderem:
„Viele erleben derzeit böse Überraschungen bei Abrechnungen. Transparenz und planbare Kosten sind entscheidend“, so Goach.
Im privaten Mietbereich sind mittlerweile mehr als die Hälfte der Mietverträge befristet. Gleichzeitig müssen fast alle Mieter hohe Kautionen leisten.
Für AK-Direktorin Susanne Kißlinger verschärft diese Kombination die Situation zusätzlich: „Steigende Preise und unsichere Vertragsverhältnisse erhöhen den Druck – besonders für junge Menschen und Alleinverdienende. Leistbares Wohnen entscheidet darüber, ob Menschen in Kärnten bleiben können.“
Für die Arbeiterkammer ist klar: Ohne gezielte Maßnahmen droht sich die Situation weiter zu verschärfen. „Wenn Wohnen unbezahlbar wird, verliert ein Standort langfristig an sozialer Stabilität“, warnt Kißlinger.
Foto: AK Kärnten/Johannes Puch