Pressemeldungen März 2026
Frühlingsbote gesucht: Wer hört den ersten Kuckuck?
Wenn in den kommenden Wochen wieder ein klares „gu-kuh“ durch Wälder, Gärten und Wiesen klingt, ist er zurück: der Kuckuck. Kaum ein anderer Vogel steht so sehr für den Beginn des Frühlings. Die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich ruft daher auch heuer wieder dazu auf, den ersten gehörten Kuckuck des Jahres zu melden.
Ab Anfang April kehrt der Kuckuck nach seiner langen Reise aus den Überwinterungsgebieten südlich der Sahara nach Österreich zurück. Sein charakteristischer Ruf dient den Männchen dazu, ihr Revier abzustecken. Dabei ist der erste Ton des Rufes höher als der zweite. Währenddessen suchen die Weibchen nach geeigneten Wirtsnestern, denn der Kuckuck legt seine Eier in die Nester anderer Vogelarten, die anschließend Brut und Aufzucht übernehmen.
Der markante Frühlingsbote wird allerdings immer seltener. In den vergangenen 40 Jahren ist der Bestand des Kuckucks in Europa um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. Auch in Österreich gibt es heute rund 30 Prozent weniger Kuckucke als noch Ende der 1990er-Jahre. Der aktuelle Bestand wird auf etwa 100.000 bis 150.000 Vögel geschätzt.
Ein Grund dafür ist der Verlust geeigneter Lebensräume, sowohl in den heimischen Brutgebieten als auch entlang der Zugrouten. Zusätzlich wirkt sich die illegale Verfolgung auf dem Zugweg negativ auf den Bestand aus.
Auch Veränderungen in der Natur spielen eine Rolle. Der Kuckuck ist auf bestimmte Wirtsvogelarten angewiesen, deren Bestände ebenfalls teilweise zurückgehen. Außerdem ernährt sich der Vogel vor allem von großen Insekten wie Schmetterlingsraupen, deren Vorkommen durch Pestizide und den Verlust von Nahrungspflanzen zunehmend abnimmt.
Ein weiterer möglicher Einflussfaktor ist der Klimawandel. Viele Wirtsvögel kehren aufgrund milderer Temperaturen früher aus ihren Winterquartieren zurück. Der Kuckuck hingegen orientiert sich als Langstreckenzieher stärker an inneren biologischen Rhythmen. Dadurch könnte er teilweise zu spät im Brutgebiet eintreffen, um noch passende Nester für seine Eiablage zu finden.
Um solche Entwicklungen besser zu verstehen, sind langfristige Beobachtungen wichtig. BirdLife Österreich ruft daher Naturinteressierte dazu auf, den ersten gehörten Kuckuck des Jahres zu melden. Beobachtungen können etwa im Garten, bei Spaziergängen oder Wanderungen gemacht und online eingetragen werden.
Die gesammelten Daten helfen dabei, die Ankunftszeiten des Kuckucks und mögliche Veränderungen durch Umwelt- und Klimafaktoren besser zu dokumentieren.
Meldungen sind online möglich unter: www.birdlife.at/kuckuck-meldeaktion
Foto: Heinz Kolland