Pressemeldungen Juni 2026
Schul-Verweigerung bei Teenagern nimmt zu: Mobbing oft Hauptgrund
Das Schuljahr befindet sich in der Schlussphase. Während viele Jugendliche noch Prüfungen, Schularbeiten oder die Matura vor sich haben, kämpfen andere mit einem ganz anderen Problem: Sie verweigern den Schulbesuch. Laut Rat auf Draht bleibt das Thema Schul-Verweigerung eines der häufigsten Beratungs-Themen – sowohl bei Eltern als auch bei Kindern und Jugendlichen selbst.
Wie aus aktuellen Zahlen hervorgeht, wurden auf elternseite.at, dem Beratungsangebot von Rat auf Draht für Eltern und Bezugspersonen, im Jahr 2025 insgesamt 77 Beratungen zum Thema Schul-Verweigerung geführt. Im ersten Quartal 2026 waren es bereits 27 Gespräche. Auch bei der Notrufnummer 147 bleibt das Thema präsent: Dort stieg die Zahl der Beratungen von 83 auf 98, ein Plus von 18 Prozent.
Jugendliche, die sich ausgeschlossen fühlen oder schlechte Erfahrungen im Schul-Alltag machen, ziehen sich oft zurück. Weitere Ursachen sind Leistungs-Druck und Überforderung, psychische Belastungen wie Ängste oder Depressionen, familiäre Probleme oder belastende Lebens-Ereignisse wie Trennungen oder Verluste. Auch Konflikte mit Lehrkräften, Lern-Schwierigkeiten oder fehlende Motivation können eine Rolle spielen.
Barbara Binder, Psychotherapeutin und Beraterin bei elternseite.at, erklärt: „Die Gründe, weshalb sich Kinder weigern, in die Schule zu gehen, sind sehr unterschiedlich.“ Eltern sollten aufmerksam werden, wenn sich Kinder regelmäßig oder über längere Zeit weigern, in die Schule zu gehen. „Eine Schul-Verweigerung tritt nicht plötzlich auf, sondern eher schleichend und schrittweise. Die Grenzen sind oft fließend“, so Binder.
Besonders betroffen sind laut den Beratungen Jugendliche im Teenager-Alter. Der Großteil der Fälle betrifft junge Menschen zwischen 11 und 18 Jahren. Unterschiede zeigen sich auch beim Geschlecht: Während Eltern häufiger wegen Jungen Rat suchen, wenden sich bei der Hotline überwiegend Mädchen und junge Frauen an die Berater.
Birgit Satke, Leiterin des Beratungs-Teams von Rat auf Draht, empfiehlt Eltern, Verständnis zu zeigen und gemeinsam mit den Kindern nach Lösungen zu suchen: „Wir ergründen in den Gesprächen gemeinsam die Ursachen und bieten Ideen für Handlungsmöglichkeiten an.“ Wichtig sei außerdem der Austausch mit der Schule und bei Bedarf professionelle Unterstützung.
Rat auf Draht erinnert zudem daran, dass Kinder und Jugendliche ein Recht auf Bildung haben. Dieses Recht sei in der UN-Kinderrechtskonvention verankert und bilde eine wichtige Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und persönliche Entwicklung.
Foto: Symbolbild