Pressemeldungen Juni 2026
Hitze auf Gehsteigen und Haltestellen durch Bäume und kühlendes Grün reduzieren
Die aktuelle Hitzewelle zeigt laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) deutlich, dass viele Straßen und öffentliche Bereiche in Städten und Gemeinden noch unzureichend an die Folgen des Klimawandels angepasst sind. Besonders betroffen seien Fußgänger sowie ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen.
Laut einer Erhebung der Statistik Austria fühlten sich im Jahr 2023 bereits 39 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner durch Hitze stark oder eher stark belastet. Das entspricht rund 186.000 Menschen ab 16 Jahren. Im Jahr 2019 lag dieser Wert noch bei 35 Prozent.
Asphaltflächen heizen sich laut VCÖ an sonnigen Tagen auf rund 60 Grad Celsius auf. Dadurch entstehen in dicht verbauten Gebieten regelrechte Hitzeinseln, die nicht nur tagsüber belastend sind, sondern auch die nächtliche Abkühlung erschweren.
„Straßen ohne Bäume, ohne Grünflächen, mit vielen parkenden Autos werden an Hitzetagen tagsüber zu einem regelrechten Backofen. Das ist unerträglich für Fußgängerinnen und Fußgänger und belastet die Anrainerinnen und Anrainer massiv“, sagt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
Der VCÖ fordert deshalb mehr Bäume im Straßenraum, zusätzliche Begrünungen sowie die Entsiegelung von Flächen. Schatten durch Bäume könne die Oberflächentemperatur von Asphalt um bis zu 25 Grad senken.
Besonders kritisch sieht der VCÖ Gehsteige und Wartebereiche, die ohne Schatten in der prallen Sonne liegen. Für ältere Menschen und andere vulnerable Gruppen seien solche Bereiche oft kaum nutzbar. Auch bei Fußgängerampeln bestehe Handlungsbedarf. Der VCÖ fordert kürzere Rotphasen, damit Menschen an heißen Tagen nicht unnötig lange in der Sonne warten müssen.
Große Mängel sieht die Mobilitätsorganisation außerdem bei Bushaltestellen. Beim heurigen Haltestellen-Check wurden in Kärnten 273 Haltestellen mit Mängeln gemeldet. Bei 56 Prozent der Meldungen wurde fehlender Schatten als Problem genannt.
Wie stark sich das Klima verändert hat, zeigt ein Blick auf die Entwicklung in Klagenfurt. Während es zwischen 1961 und 1990 durchschnittlich sechs Hitzetage pro Jahr mit mindestens 30 Grad gab, waren es zwischen 1991 und 2020 bereits 19 Hitzetage jährlich. Im Jahr 2025 wurden in Klagenfurt sogar 33 Hitzetage verzeichnet.
Auch die gesundheitlichen Folgen nehmen zu. Laut Daten der AGES führte Hitze in Kärnten im Zeitraum von 2022 bis 2025 zu 191 vorzeitigen Todesfällen. Das waren um 30 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum von 2018 bis 2021.
„Umso wichtiger ist es, dass die Städte und Gemeinden den Straßenraum rascher und stärker an den Klimawandel anpassen“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
Foto: Mein Klagenfurt