Pressemeldungen Juni 2026
Checkpoint sexuelle Gesundheit in Klagenfurt erweitert Angebot um medizinische Behandlung
Mit 1. Juli 2026 nimmt der „Checkpoint sexuelle Gesundheit“ in der Klagenfurter Bahnhofstraße offiziell seinen erweiterten Betrieb auf. Die Einrichtung geht aus der ehemaligen Aidshilfe Kärnten hervor und wird künftig Beratung, Testung, Diagnostik und medizinische Behandlung unter einem Dach anbieten.
Gesundheitslandesrätin Beate Prettner verwies bei der Präsentation auf einen europaweiten Anstieg sexuell übertragbarer Infektionen wie Gonorrhö, Syphilis und Chlamydien. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) fordert deshalb leicht zugängliche Präventionsangebote, Tests und rasche Behandlungsmöglichkeiten.
Neu ist vor allem, dass Betroffene künftig direkt im Checkpoint medizinisch behandelt werden können. Bisher war dafür meist ein zusätzlicher Weg ins Krankenhaus erforderlich. Nach Angaben des Landes Kärnten sollen dadurch künftig rund acht von zehn Patientinnen und Patienten nicht mehr ins Spital überwiesen werden müssen.
„Was bisher gefehlt hat, war die Therapie im Checkpoint. Der Weg ins Krankenhaus war für viele Betroffene eine Hürde“, erklärt Prettner. Ziel seien raschere Therapiebeginne, eine höhere Behandlungstreue und das Unterbrechen von Infektionsketten.
Ein vergleichbares Modell gibt es derzeit nur in Wien. Der Leiter des Checkpoints, Günther Nagele, bezeichnet das neue Angebot als „best point of service“. Gemeinsam mit behandelnden Ärzten sollen an zwei medizinischen Öffnungstagen pro Woche mehr als 2.000 Kontakte pro Jahr betreut werden.
Die medizinischen Leistungen können über die eCard abgerechnet werden. Finanziert werden die ärztlichen Leistungen von der Sozialversicherung, während der Kärntner Gesundheitsfonds die Umbaukosten und zusätzliches Personal übernimmt.
Für den Ausbau des Angebots werden im Jahr 2026 insgesamt 140.000 Euro investiert. Ab 2027 belaufen sich die laufenden Kosten auf rund 60.000 Euro pro Jahr.
Mit dem erweiterten Angebot soll der Checkpoint sexuelle Gesundheit Klagenfurt künftig eine zentrale Anlaufstelle für Beratung, Prävention, Testung und Behandlung sexuell übertragbarer Erkrankungen in Kärnten werden.
Foto: Büro Prettner