Pressemeldungen Juni 2026
AK und Land prüfen gratis Betriebskosten: Fehler kosten Mieter oft viel Geld
Auch heuer können Mieter und Eigentümer ihre Betriebskostenabrechnung kostenlos überprüfen lassen: Die Aktion „Wir blicken durch!“ von AK und Land Kärnten läuft von 1. Juni bis 31. Juli. Wie wichtig diese Kontrolle ist, zeigt ein Fall aus Klagenfurt, bei dem nach AK-Intervention über 18.000 Euro an unzulässig verrechneten Zählermieten rückerstattet werden mussten. „Man darf nicht blind darauf vertrauen, dass Vermieterinnen und Vermieter bzw. Hausverwaltungen nur das verrechnen, was gesetzlich auch erlaubt ist“, betont AK-Präsident Günther Goach.
Wenn Betriebskostenabrechnungen nicht stimmen, kann es für Mieter richtig teuer werden. Für manche sogar existenziell. Die Aktion „Wir blicken durch!“ der Arbeiterkammer Kärnten und des Landes Kärnten brachte 2025 zahlreiche falsche Abrechnungen ans Licht, die ohne professionelle Kontrolle unkorrigiert geblieben wären.
Goach: „Besonders gravierend war die Situation in einer Klagenfurter Wohnanlage: Trotz höchstgerichtlicher Entscheidung aus 2022 wurden dort weiterhin Zählermieten verrechnet. Erst nach unserem Einschreiten erhielten die Betroffenen Gutschriften von insgesamt über 18.000 Euro.“ Und auch Michael Tschamer, Referatsleiter Mietrecht & Wohnen weiß zu berichten: „Statt einer geforderten Nachzahlung von 450 Euro erhielt ein Mieter nach unserem Einschreiten plötzlich eine Gutschrift von 530 Euro. Grund war eine unzulässige Weiterverrechnung von Instandhaltungskosten.
Und dieser Fall war kein Einzelfall: In mehr als 30 Abrechnungen mussten Instandhaltungsrücklagen oder Reparaturkosten herausgerechnet werden, die dort schlicht nichts verloren hatten.“ Für Kopfschütteln sorgte die Heizkostenabrechnung in einer Anlage, bei der Arbeits- und Grundpreis vertauscht worden waren. Die Folge wäre gewesen, dass Haushalte mit geringem Verbrauch hohe Nachzahlungen leisten hätten müssen – ein Fehler, der niemandem in der Hausverwaltung aufgefallen war, bis die AK anklopfte.
2025 wurden insgesamt 813 Wohnanlagen überprüft und mehr als 3.100 Mieter und Eigentümer beraten. In fast zwei Drittel aller geprüften Fälle war es notwendig, die Vermieter bzw. Hausverwaltungen aufzufordern, die Abrechnungen zu präzisieren. Die AK stellte dafür den Betroffenen ein fertiges Schreiben zur Verfügung, mit dem sie Einsicht in die Belege verlangen oder eine nachvollziehbare Abrechnung einfordern konnten. 82-mal waren vertiefenden Interventionen durch AK-Experten notwendig. In den übrigen Fällen konnten Fragen aufgrund vorliegender Belege bzw. der Möglichkeit zur Online-Belegeinsicht bereits im Erstgespräch geklärt werden.
Die Erfahrungen aus den vergangenen zwölf Jahren zeigen deutlich, wie wichtig eine unabhängige Kontrolle der Betriebskosten ist und wie viel Geld Mieter dadurch sparen können. Genau deshalb startet heute zum 13. Mal die Aktion „Wir blicken durch!“ der AK und des Landes Kärnten: Bis 31. Juli haben Konsumenten wieder die Möglichkeit, ihre Betriebskostenabrechnungen kostenlos prüfen zu lassen.
Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig: „Der kostenlose Betriebskosten-Check ist ein wichtiges Service für
Kärntens Mieterinnen und Mieter und ein starkes Instrument für Fairness und Transparenz. Gerade in Zeiten steigender Wohn- und Lebenshaltungskosten ist es entscheidend, dass Menschen sicher sein können, nicht mehr zu bezahlen als rechtlich vorgesehen.“ Wohnen sei ein Grundrecht und müsse leistbar bleiben. „Deshalb setzen wir als Land Kärnten gezielt auf die neue Wohnbeihilfe, die Menschen bei Miet-, Betriebs- und Heizkosten noch umfassender unterstützt, sowie auf eine Offensive im gemeinnützigen Wohnbau, um mehr leistbaren Wohnraum zu schaffen. Unser Ziel ist klar: leistbares Wohnen durch soziale Unterstützung, faire Abrechnungen und verantwortungsvolle Wohnbaupolitik“, so Schaunig.
AK-Präsident Goach: „Die Aktion stellt sicher, dass Menschen nur das bezahlen, wozu sie tatsächlich verpflichtet sind. Eine kurze E-Mail oder ein Anruf genügt – wir sehen uns die Abrechnung an und helfen bei Bedarf, Fehler zu korrigieren.“ Dass der Bedarf groß ist, zeigt ein Blick auf die Beratungsbilanz 2025. „Mit 25.756 Beratungen war ‚Wohnen‘ erneut eines der zentralen Themen im vergangenen Jahr. Neben überhöhten Betriebskostenabrechnungen standen auch unzulässige Mietzinsanpassungen im Fokus, gegen welche wir erfolgreich vorgegangen sind“, berichtet AK-Direktorin Susanne Kißlinger.
Zum Ablauf: Auf kaernten.arbeiterkammer.at/wohnen findet man die Auflistung der benötigten Unterlagen, welche gebündelt bis 31. Juli auf der AK-Website hochgeladen oder per E-Mail an bkcheck@akktn.at an die AK gesendet werden können. AK-Direktorin-Stellvertreterin Irene Hochstetter-Lackner: „Nach der Prüfung der Abrechnung besprechen wir die Ergebnisse telefonisch und klären alle offenen Fragen. Auf Wunsch können auch persönliche Beratungstermine in Klagenfurt und Villach vereinbart werden. Unterlagen nehmen selbstverständlich alle Bezirksstellen gerne entgegen.“ Für telefonische Auskünfte stehen die Experten unter der Nummer 050 477-6000 zur Verfügung.
Foto: AK Kärnten/Johannes Puch