Pressemeldungen Juli 2026
Umfrage: Kärntens Gemeinden haben bei der Radfahrfreundlichkeit Aufholbedarf
Die Radfahrfreundlichkeit in Kärntens Gemeinden und Städten hat aus Sicht vieler Radfahrer noch deutlich Luft nach oben. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des VCÖ, bei der mehr als 200 Radfahrerinnen und Radfahrer insgesamt 63 Kärntner Gemeinden und Städte nach 21 Kriterien bewertet haben.
Wie die Mobilitätsorganisation VCÖ mitteilt, bewerteten lediglich 22 Prozent ihren Wohnort insgesamt als radfahrfreundlich.
Positiv fällt auf, dass 57 Prozent der Befragten angeben, wichtige Ziele im Ort gut mit dem Fahrrad erreichen zu können. Ebenfalls mehrheitlich positiv bewertet wurde die Öffnung von Einbahnen für den Radverkehr, mit der 53 Prozent zufrieden sind.
Deutlich schlechter schneiden hingegen die Radwege und die Verkehrssicherheit ab. Nur 31 Prozent bewerten den Zustand der Radwege als gut. Ebenso viele fühlen sich beim Radfahren im Ort sicher.
Als größte Probleme nennen die Befragten:
Auch die Erreichbarkeit von Bahnhöfen und Haltestellen mit dem Fahrrad wird kritisch gesehen. 65 Prozent der Befragten halten diese für nicht ausreichend.
Besonders kritisch fällt die Bewertung der Sicherheit für Kinder aus. Nur 13 Prozent sind der Meinung, dass Kinder in ihrem Ort sicher mit dem Fahrrad unterwegs sein können.
Laut VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk sind Kinder ein wichtiger Gradmesser für die Qualität der Radinfrastruktur. Wo viele Kinder mit dem Fahrrad unterwegs seien, seien die Bedingungen in der Regel sicher und attraktiv.
Nach Ansicht des VCÖ könnten vor allem mehr Tempo-30-Zonen die Sicherheit für Radfahrer erhöhen. Derzeit geben nur 29 Prozent der Befragten an, dass auf Straßen ohne baulich getrennte Radwege überwiegend Tempo 30 gilt.
Außerdem wünschen sich viele direktere und durchgängige Radverbindungen sowie radfreundlichere Ampelschaltungen. 74 Prozent vermissen sogenannte Grünpfeile, die das Rechtsabbiegen bei Rot oder das Geradeausfahren an T-Kreuzungen für Radfahrer ermöglichen.
Die Ergebnisse der Umfrage werden den bewerteten Gemeinden und Städten übermittelt und sollen als Grundlage für Verbesserungen der Radinfrastruktur dienen.
Foto: Mein Klagenfurt