Pressemeldungen Juli 2026
Kärntner Kalb rosé statt Fleischimport und Kälberexport
Das Land Kärnten setzt seinen Weg zur Stärkung der heimischen Kalbfleischproduktion fort. Seit zwei Jahren werden bäuerliche Betriebe gefördert, die ihre Tiere nach dem Qualitätsprogramm Kalb rosé Austria mästen. Ziel ist es, den Import von Kalbfleisch zu verringern, Kälberexporte zu vermeiden und die regionale Wertschöpfung in Kärnten auszubauen.
Obwohl Kalbfleisch in Österreich sehr gefragt ist, stammt ein Großteil der Produkte aus dem Ausland. Rund 60 Prozent des heimischen Kalbfleischverbrauchs werden derzeit durch Importe gedeckt. Das entspricht etwa 68.000 Kälbern pro Jahr. Gleichzeitig werden jährlich rund 42.000 österreichische Kälber exportiert, weil sie am heimischen Markt von Importware verdrängt werden. Gerade diese Tiertransporte stehen immer wieder in der Kritik.
Nach Angaben des Landes zeigt die Förderung Wirkung. Seit 2024 hat sich die Zahl der Kärntner Betriebe, die nach dem Kalb rosé Austria-Standard mästen, verdoppelt. Die Zahl der gemästeten Tiere habe sich nahezu verdreifacht. In Bundesländern ohne vergleichbare Förderung sei eine solche Entwicklung nicht zu beobachten.
Agrarreferent Martin Gruber sieht darin einen klaren Beleg dafür, dass viele Betriebe im Projekt eine wirtschaftliche Chance erkennen. Neben kürzeren Transportwegen und einer besseren Eigenversorgung gehe es auch um regionale Wertschöpfung, faire Preise und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe. Die Förderung soll deshalb fortgesetzt werden.
Auch die Landwirtschaftskammer zieht eine positive Bilanz. Laut LK-Präsident Siegfried Huber verbindet Kalb rosé kurze Transportwege mit regionaler Qualität und neuen Einkommensmöglichkeiten. Bereits mehr als 20 bäuerliche Betriebe hätten sich mit der Milchkälbermast ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein geschaffen. Nun gelte es, die Nachfrage nach heimischem Kalbfleisch weiter auszubauen.
Der Feldkirchner Landwirt Paul Botthof, der am Programm teilnimmt, berichtet ebenfalls von positiven Erfahrungen. Die Teilnahme habe seinen Betrieb wirtschaftlich gestärkt, ohne große Investitionen erforderlich zu machen. Gleichzeitig freue er sich darüber, dass durch das Programm auch Kälberexporte reduziert werden können.
Kalb rosé steht für regionale Qualität
Das Qualitätsprogramm Kalb rosé Austria ist mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet. Die Tiere werden in Österreich geboren, gemästet und geschlachtet. Derzeit werden österreichweit rund 5.000 Kälber nach diesem Standard produziert, davon rund 700 in Kärnten.
Nach Angaben der Landwirtschaft liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Kalbfleisch in Österreich bei rund 1,5 Kilogramm pro Jahr. Der Selbstversorgungsgrad beträgt derzeit lediglich 46 Prozent.
Foto: Mein Klagenfurt/ LK Kärnten