Pressemeldungen Juli 2025
Zahl älterer Arbeitsloser steigt in Kärnten
Die Zahl der älteren Arbeitslosen in Kärnten nimmt weiter zu. Laut dem Arbeitsmarktservice Kärnten (AMS) waren im Juni 13.892 Kärntner arbeitslos gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Besonders betroffen ist die Gruppe der über 50-Jährigen. Im Juni waren 5.304 Menschen dieser Altersgruppe beim AMS registriert, was einem Zuwachs von 4,2 Prozent im Vergleich zu Juni 2024 entspricht.
Angesichts dieser Entwicklung übt der Präsident der Arbeiterkammer Kärnten, Günther Goach, deutliche Kritik an Überlegungen zu einem späteren Pensionsantrittsalter. Goach sagt: „An ein höheres Pensionsantrittsalter zu denken, ist blanker Hohn. Wir brauchen Arbeitsplätze, die es Menschen ermöglichen, bis zum Pensionsantritt gesund und motiviert im Erwerbsleben zu bleiben. Die Betriebe müssen wieder vermehrt in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren.“
Stattdessen müssen viele Menschen den Weg über die Arbeitslosigkeit oder den Bezug von Krankengeld nehmen, bevor sie in Pension gehen können. Goach richtet sich mit klaren Worten an jene in der Wirtschaft, die über eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf bis zu 70 Jahre nachdenken. Er fordert mehr alternsgerechte Arbeitsplätze und die Einführung eines Bonus-Malus-Systems. Dieses System soll Betriebe belohnen, die ältere Mitarbeiter beschäftigen, und Unternehmen, die das verweigern, finanziell stärker belasten.
Eine Studie des Instituts SORA aus dem Jahr 2023, die im Auftrag des AMS durchgeführt wurde, bestätigt die schwierige Lage älterer Menschen am Arbeitsmarkt. Erstmals wurde dabei wissenschaftlich untersucht, ob ältere und langzeitarbeitslose Menschen bei Bewerbungen benachteiligt werden. Goach erklärt: „Das Ergebnis ist eindeutig: Trotz Fachkräftemangels werden ältere Menschen systematisch diskriminiert. In fast jedem zehnten Bewerbungsprozess konnte eine Benachteiligung nachgewiesen werden. Und das auch in Branchen, die dringend Fachkräfte suchen.