Pressemeldungen Juli 2025
Ob Elektro-, Hybrid- oder Verbrennerantrieb: Immer mehr SUVs in Kärnten
Mit 53,5 Prozent erreichte der Anteil der SUV und Geländewagen an den Neuwagen im 1. Halbjahr in Kärnten einen neuen Höchstwert, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Bundesländer-Vergleicht ist der SUV-Anteil in Kärnten am höchsten. Bei den Antriebsformen ist der SUV-Anteil bei Plug-in-Hybrid-Pkw am höchsten. Der Mehrverbrauch von SUV erhöht die Spritkosten und belastet die Umwelt. Der VCÖ sieht die Politik gefordert, verstärkte Maßnahmen zu setzen, damit mehr sparsame Neuwagen hergestellt und gekauft werden.
Damit sind erstmals in Kärnten mehr als die Hälfte der Neuzulassungen SUVs. "Unter den SUV sind auch kleinere Modelle, aber aufgrund ihres schlechteren Luftwiderstands und höheren Gewichts verbrauchen auch diese mehr Sprit als vergleichbare herkömmliche Modelle und damit steigen Spritkosten und CO2-Ausstoß", weist VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky auf die Folgen des SUV-Booms hin. Auch bei Elektroautos ist der SUV-Anteil hoch und deren Energieverbrauch höher als bei vergleichbaren herkömmlichen Modellen. Die Fehler, die bei Diesel-Pkw gemacht wurden - Stichwort größer, schwerer, übermotorisierter - dürfen im Interesse der Bevölkerung und der Umwelt bei Elektro-Autos nicht wiederholt werden.
Kärnten weist mit 53,5 Prozent im Bundesländer-Vergleich den höchsten SUV-Anteil bei Neuwagen auf, wie die VCÖ-Analyse zeigt. In Vorarlberg ist der SUV-Anteil mit ebenfalls hohen 46,6 Prozent am niedrigsten. Innerhalb von Kärnten hat Villach mit 45,7 Prozent den niedrigsten SUV-Anteil, vor Klagenfurt mit 52,8 Prozent, informiert der VCÖ. Am höchsten ist der SUV-Anteil im Bezirk Hermagor mit 63,3 Prozent. Österreichweit werden zwei Drittel der Neuwagen von Firmen und anderen juristischen Personen zugelassen. "Um die Zahl sparsamer Neuwagen zu erhöhen, sind Maßnahmen bei der Firmenwagenbesteuerung wirksam und wichtig. Dann kommen in der Folge auch mehr sparsame Modelle in den für Privathaushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt. Je sparsamer die Neuwagen, umso niedriger die künftigen Spritkosten und umso niedriger der künftige CO2-Ausstoß des Autoverkehrs", betont VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.
Bei großen SUV kommt ein weiteres Problem dazu: Zuletzt haben Studien gezeigt, dass Fußgängerinnen und Fußgänger, insbesondere Kinder, bei Unfällen mit einem großen SUV ein deutlich höheres Risiko haben, schwer oder gar tödlich verletzt zu werden.
Unter den Plug-in-Hybriden ist mit 75 Prozent der SUV-Anteil besonders hoch. Eine im Vorjahr veröffentlichte Auswertung der Europäischen Umweltagentur hat ergeben, dass der reale Spritverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß von Plug-In-Hybriden in der EU dreieinhalb Mal so hoch sind wie die Hersteller angeben. "Sowohl die Normverbrauchsabgabe als auch der Sachbezug bei Firmenwagen richten sich nach den Herstellerangaben zum CO2-Ausstoß. Damit kommen Plug-in-Hybride in den Genuss einer stark reduzierten Steuer, obwohl sie in Wirklichkeit deutlich mehr CO2 ausstoßen. Hier braucht es Änderungen", stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest. Die Politik auf EU-Ebene ist wiederum gefordert, Rahmenbedingungen zu setzen, damit die Hersteller mehr sparsame Modelle auf den Markt bringen.