Pressemeldungen Juli 2025
Knapp 42 Millionen Überstunden nicht bezahlt
Ein Viertel aller geleisteten Mehr- und Überstunden wurde im Vorjahr in Österreich weder bezahlt noch mit Zeitausgleich abgegolten.
Das zeigen Zahlen der Statistik Austria. Arbeitnehmer mussten also auf viel Geld verzichten, und auch Staat und Sozialversicherung wurden um Milliarden gebracht. AK-Präsident Günther Goach fordert: „Es sind rasch Maßnahmen umzusetzen, um künftig den Lohnraub und die negativen Folgen für den Staat zu verhindern!“
Maximilian Turrini, Leiter der AK-Abteilung Sozialpolitik und Recht, verweist auf die Problematik: „Nicht bezahlte Überstunden gehören zu den häufigsten Beratungsthemen im Arbeitsrecht. Vielfach beschweren sich Beschäftigte erst nach der Auflösung des Dienstverhältnisses.“ Der Arbeitsrechtsexperte rät Betroffenen, sich rasch an die Arbeiterkammer zu wenden, denn: „Nicht bezahlte Ansprüche verjähren grundsätzlich nach drei Jahren. In vielen Arbeits- und Kollektivverträgen werden aber auch kürzere Verfallsfristen vereinbart. Es gilt also, keine Zeit zu verlieren.“ Arbeitszeitaufzeichnungen sind die Grundlage für die Kontrolle. Die AK stellt dafür allen Arbeitnehmern den Zeitspeicher als App oder Webversion kostenlos zur Verfügung.
Insgesamt haben Österreichs Arbeitnehmer im vergangenen Jahr 168,9 Millionen Mehr und Überstunden geleistet. Im Schnitt wurde jede vierte Stunde nicht bezahlt, bei Frauen sogar jede dritte. Goach: „Das sind 2,3 Milliarden Euro an Bruttoentgelten. Dieses Geld fehlt den Menschen, um das tägliche Leben zu bestreiten. Dem Staat entgehen Einnahmen in der Höhe von knapp einer Milliarde Euro an Lohnsteuer und mehr als 300 Millionen Euro an Sozialversicherungsbeiträgen. Geld, das angesichts der miserablen Budgetlage dringend notwendig ist.“