Pressemeldungen Juli 2025
Caritas-Projekt „wert.werk“: Neue Chancen für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt
LHStv.in Schaunig: Landes- und EU-Mittel ermöglichen niederschwellige Beschäftigungsprojekte für junge Menschen, die ohne gute Vorbereitung und Begleitung keinen Platz am Arbeitsmarkt finden würden
Hindernisse, die den Zugang zum regulären Arbeitsmarkt erschweren, sind so vielfältig wie weit verbreitet: gesundheitliche Einschränkungen, psychische Erkrankungen, persönliche Schicksalsschläge oder lange Phasen der Arbeitslosigkeit, oft begleitet von sozialer Ausgrenzung. Hinter diesen Begriffen stehen individuelle Lebensgeschichten, in denen Chancen auf Arbeit und Zukunftsperspektiven fehlen.
„Nicht jede und jeder kann sofort am Arbeitsmarkt mitmachen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Projekte wie wert.werk geben jungen Menschen Hoffnung und Orientierung, wo sie vielleicht schon den Glauben an sich selbst verloren hatten“, betonte LHStv.in Gaby Schaunig heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Caritas. „Es braucht Zeit, Vertrauen und ein wertschätzendes Umfeld, damit Menschen ihre Fähigkeiten wiederentdecken können. Genau das bietet dieses Projekt. Es lässt niemanden zurück, sondern geht Schritt für Schritt gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, bis hin zum Ziel, einen Platz im Arbeitsleben zu finden“, so die Arbeitsmarktreferentin und weiter: „Das Besondere ist, dass neben einem Arbeitsplatz hier auch Selbstvertrauen, neue Perspektiven und ein Gefühl von Zugehörigkeit entstehen. Und genau das macht unsere Gesellschaft stärker.“
Das wert.werk ist eine Fortführung und Erweiterung des Projekts brücken.werk und wird vom Land Kärnten und dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) mit insgesamt 895.327 Euro finanziert. Seit 2023 bietet das Projekt jährlich rund 30 jungen Menschen flexible Arbeitsmöglichkeiten in einem unterstützenden Umfeld, mit einer Entlohnung von 7,50 Euro pro Stunde. Ergänzt wird das Angebot durch psychosoziale Begleitung.
Für Caritasdirektor Ernst Sandriesser sind niederschwellige Beschäftigungsprojekte eine adäquate Antwort auf die aktuellen arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen und zeigen, wie viel durch Zusammenarbeit erreicht werden kann: „Im wert.werk leisten Menschen eine Arbeit, die individuellen Sinn stiftet und Werte schafft. Das ermutigt und gibt eine neue Lebensperspektive. Durch Beratung werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleichzeitig bei ihren individuellen Problemen unterstützt.“
Arbeitsmarktreferentin Gaby Schaunig betonte weiter, wie wichtig es ist, frühzeitig individuelle Hürden zu erkennen und gezielt zu unterstützen: „Je früher wir eingreifen können, desto größer ist die Chance, dass junge Menschen wieder Anschluss finden, sei es durch andere Angebote des Territorialen Beschäftigungspakts oder den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Wenn Probleme sich erst verfestigen, wird Hilfe später nicht nur schwieriger, sondern oft auch deutlich teurer.“
In Anbetracht des demografischen Wandels wird es in Österreich künftig entscheidend sein, alle verfügbaren Arbeitskräftepotenziale zu nutzen, um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität zu sichern.
Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch ein neues Projekt vorgestellt, das von der Caritas und der gemeinnützigen Santner Privatstiftung initiiert wurde.
Im Mittelpunkt steht neben individueller Unterstützung auch der Nachhaltigkeitsgedanke. Die Teilnehmenden arbeiten unter anderem bei der Akquise, Lagerung und Ausgabe gespendeter Lebensmittel mit, ein Beitrag zur Armutsreduktion und zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Das übergeordnete Ziel ist Stabilisierung, Struktur und Gemeinschaft.
Die Santner Privatstiftung fördert das Projekt in diesem Jahr mit 175.000 Euro. Dr. Friedrich Santner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, erklärte: „Suchterkrankungen sind oft ein Ausdruck von Überforderung mit der zunehmenden Komplexität und Schnelligkeit des Lebens. Wir möchten Menschen helfen, Stabilität zu finden und den Weg in ein möglichst selbstbestimmtes, würdevolles Leben zurückzugehen. Mit unserem Werk in Wolfsberg war es für uns selbstverständlich, Offline auch in Kärnten zu unterstützen.“
Das Projekt hat sich in der Steiermark bereits seit über zehn Jahren erfolgreich etabliert.
Foto: Caritas Kärnten