Pressemeldungen Jänner 2026
Studierende protestierten gegen Neubau der Universität Klagenfurt
Nachdem Fragen zur Umweltverträglichkeit der Entscheidung gegen den Westparkplatz als Baustandort unbeantwortet blieben, unterbrachen die Aktivistinnen und Aktivisten die Veranstaltung, heißt es in einer Aussendung.
Die Initiative erklärte, dass Studierende und Universitätsangehörige seit 2023 um klare Informationen und echte Beteiligung kämpfen. Da dies für viele die erste Gelegenheit war, Fragen zu stellen, wurde sie genutzt. Nachdem gestellte Fragen nicht beantwortet worden seien, machten drei Aktivistinnen und Aktivisten mit Banner und Megafon auf ihre Kritik aufmerksam. Wörtlich sagten sie: „Egal wie schön grün das Gebäude angemalt wird, ist der Plan weiterhin, dafür grünen Boden zu zerstören, und das obwohl es den Westparkplatz als Alternative gibt. Ihr zerstört hier die Zukunft von uns allen, während ihr nach außen ein grünes Image vorlügt. Wie könnt ihr das mit eurem Gewissen vereinbaren?“
Die Initiative warf der Universität vor, intransparent zu handeln, kritische Stimmen auszuschließen und Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten nicht einzubeziehen. „Wie soll sichergestellt werden, dass der Neubau in der Form die nachhaltigste Lösung ist, wenn Experten überhaupt nicht in Entscheidungen involviert waren?“ Die „Scientists for Future“ seien bei einem internen Treffen im August ausgeladen worden. Die Entscheidung zur Bodenversiegelung sei aufgrund architektonischer Kriterien erfolgt.
Die Aktivistinnen und Aktivisten kritisierten das als nachhaltig präsentierte Projekt des Architekturbüros Snøhetta und sprachen von „Greenwashing in Perfektion“. Eine verglaste Fassade und Holzverkleidung würden nichts daran ändern, dass ein intaktes Ökosystem zerstört werde, obwohl mit dem Westparkplatz eine bereits versiegelte Alternative zur Verfügung stehe.
Die Initiative verwies auf ihre Petition sowie frühere Gespräche mit der Universitätsleitung und Protestaktionen. Sie betonte, dass eine Universität wissenschaftliche Verantwortung übernehmen müsse: „Als wissenschaftliche Institution ist von einer Universität zu erwarten, dass sie gesellschaftliche Herausforderungen wie die Klimakatastrophe ernst nimmt und in ihrer Vorbildsfunktion fakten- und evidenzbasiert handelt. Wir appellieren daher an die Uni: nehmen Sie den ökologischen Notstand ernst und hören Sie endlich auf, Wirtschaftsfaktoren zur Standortwertsteigerung aus der Frühindustrialisierung zu fetischisieren! Österreich bekommt die Auswirkungen der Klimakrise doppelt so stark zu spüren wie der Rest der Welt, und diese Realität macht keine Kompromisse!“
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Foto: zVg