Pressemeldungen Jänner 2026
LK Kärnten kritisiert Mercosur-Abkommen als Gefahr für heimische Landwirtschaft
Der Abschluss des Mercosur-Handelsabkommens zwischen der EU und Südamerika sorgt bei Landwirten in ganz Europa für Empörung und Unverständnis. Auch die Landwirtschaftskammer Kärnten übt scharfe Kritik. LK-Präsident Siegfried Huber warnt, dass der mehrheitlich beschlossene Vertrag auf Kosten der bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich gehe, besonders aber auf Kosten der kleinstrukturierten Landwirtschaft in Kärnten.
Huber sagt: „Mit dem Abschluss dieses Handelsabkommens bekommt unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft direkte Konkurrenz von einer Agrarindustrie, welche in der EU längst nicht mehr zugelassene Pflanzenschutzmittel und auch Wachstumshormone in der Rindermast einsetzt. Faire Wettbewerbsbedingungen werden durch den Abschluss des Mercosur-Deals mit Füßen getreten, denn von gleichwertigen Standards kann hier keine Rede sein.“ Besonders enttäuscht zeigt sich Kärntens oberster Bauernvertreter vom Nachbarland Italien, das dem Deal entgegen seiner ursprünglichen Position zugestimmt hat.
Für Huber steht nun im Vordergrund, den Schaden nach der Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens für die Landwirtschaft so gering wie möglich zu halten.Er fordert ein Importverbot für Agrarerzeugnisse, die nicht den österreichischen Gesetzen und Standards entsprechen. Huber erklärt: „Das muss man sich einmal vor Augen halten: Einerseits erteilt man unseren Bauern immer mehr Auflagen hinsichtlich Pflanzenschutz und Tierwohl und quält sie mit immer mehr Bürokratie. Andererseits sollen nun Nahrungsmittel importiert werden, die unter dem Einsatz von Pestiziden und Hormone produziert wurden, die in der EU längst verboten sind. Und nach einer Reise um die halbe Welt landen diese Produkte zu Schleuderpreisen bei uns Supermarkt.“
Abschließend warnt Huber: „Ohne weitere, umfassende Schutzmaßnahmen für die heimische Landwirtschaft wird die Versorgungssicherheit in Europa kurzfristigen Interessen der Industrie geopfert.“ Laut LK Kärnten liegt die Verantwortung nun bei der EU-Führung.
Foto: Paul Gruber