Pressemeldungen Februar 2026
Weltfrauentag am 8. März 2026, Caritas Kärnten macht auf weibliche Armut aufmerksam
Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März 2026 lenkt die Caritas Kärnten den Blick auf eine besorgniserregende Entwicklung: Armut im Land ist überwiegend weiblich. Die Organisation ruft dringend zu Spenden auf, um Frauen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen zu können.
Ein Beispiel dafür ist Ida F. aus Kärnten, deren Name aus Datenschutzgründen geändert wurde. Die alleinstehende Frau ist Mitte 50, lebt in einem kleinen Mietshaus mit Garten und hat keine Kinder. Mehrere schwere Schicksalsschläge brachten die natur- und tierliebende Kärntnerin in akute finanzielle Not.
Trotz ihrer Lage betont sie, sich nicht als arm zu fühlen. Sie raucht nicht, trinkt nicht, baut Gemüse im eigenen Garten an und achtet beim Einkauf auf Sparsamkeit. Ein Dach über dem Kopf und genug zu essen zu haben, gebe ihr Halt. Dennoch war Hilfe für sie unerlässlich. Bereits vor einem schweren Unfall war ihr Alltag herausfordernd. Nach 22 Jahren als Angestellte musste Ida F. wegen einer schweren Rheumaerkrankung mit starken Schmerzen und einer 70-prozentigen Behinderung aus dem Berufsleben ausscheiden und erhielt schließlich eine Berufsunfähigkeitspension.
Auch ihr Wohnumfeld belastete sie. Aufgrund eines problematischen Nachbarns zog sie um. Der erhofften Sicherheit folgten Streitigkeiten, Gerichtskosten und mehrere tausend Euro Schulden. Geblieben ist ein schlecht isoliertes Häuschen mit Garten, in dem sie sich um ihre geliebten Tiere kümmert. Die Tierschützerin versorgt mehrere Hühner und einen Hahn, die früher geschlachtet werden sollten, weil sie kaum mehr Eier legten oder krank waren. Bei ihr dürfen sie weiterleben. Wenn die Tiere um sie herum gackern und in der Sonne liegen, empfindet sie das als Geschenk und Trost. Ihr treuester Begleiter, ein Spitz Mischling, wich ihr lange nicht von der Seite, starb jedoch vor kurzem. Im Jahr 2023 wurde Ida F. Opfer eines schweren Verkehrsunfalls. Ein anderes Fahrzeug rammte ihr Auto, die Folgen waren schwere körperliche Verletzungen. Auch seelisch leidet sie bis heute. Ärzte erklärten ihr, dass 98 Prozent der Betroffenen einen derartigen Aufprall nicht überleben oder querschnittgelähmt bleiben. Schmerzen gehören seither zu ihrem Alltag. Sie benötigt zahlreiche Therapien, die sie selbst bezahlen muss und sich kaum leisten kann. Gleichzeitig kämpft sie mit ausbleibenden Zahlungen der unfallverursachenden Person und Kosten aus rechtlichen Verfahren.
Als im Winter zusätzlich eine Pelletsrechnung von 1.200 Euro fällig wurde, wandte sie sich an die Caritas. Dank Spenden konnte die größte finanzielle Not gelindert werden. In der Sozialberatung erhielt sie Unterstützung, für die sie sich dankbar zeigt.
Die Caritas Kärnten berichtet, dass rund 60 Prozent der Hilfsansuchen, die im Jänner bei der Sozialberatung eingelangt sind, von Frauen stammen. Teamleiter Mario Slamanig bestätigt aus seiner Beratungspraxis: Armut in Kärnten ist und bleibt weiblich.Bereits im Vorjahr suchten mehr als 2.000 Frauen Hilfe. Seitdem habe sich die Lage weiter verschärft. Hinter jeder Zahl stehe eine Frau, alleinstehend, im Familienverband, alleinerziehend oder im Ruhestand. Viele versuchen trotz anhaltend hoher Wohn, Energie und Lebenshaltungskosten ihren Alltag zu bewältigen.
Dank Spenden konnten im Jahr 2025 Frauen und teilweise auch deren Familien in akuten Notlagen mit knapp 220.000 Euro unterstützt werden. Die Hilfe kommt gezielt dort an, wo die Belastung am größten ist: beim Wohnen, bei der Energieversorgung und beim täglichen Lebensunterhalt.
Die Caritas Kärnten bedankt sich bei allen bisherigen Spendern und ruft dazu auf, weiterhin zu helfen. Frauen tragen die Last der Armut häufiger. Gemeinsam könne diese Last leichter gemacht werden.
Spendenmöglichkeit: www.caritas-kaernten.at/inlandshilfe
Zum Weltfrauentag erinnert die Organisation daran, dass hinter jeder Zahl ein persönliches Schicksal steht, wie jenes von Ida F., die trotz Schmerzen, Verlusten und finanzieller Sorgen jeden Tag aufs Neue aufsteht und weiterkämpft.
Foto: Caritas/Johannes Leitner