Pressemeldungen Februar 2026
Wandel im Handel trifft auch Klagenfurt
Der Strukturwandel im Handel ist auch in Kärnten und besonders in Klagenfurt deutlich spürbar. Laut Handelsflächen-Report 2026 ist die Verkaufsfläche im österreichischen Handel 2025 erneut zurückgegangen, um rund drei Prozent. Experten sehen darin keinen Rückzug des Handels, sondern eine Anpassung an veränderte Einkaufsgewohnheiten und steigenden Kostendruck.
Mit rund 5,5 Quadratmetern Verkaufsfläche pro Einwohner liegt Klagenfurt deutlich über dem österreichischen Durchschnitt. Damit gehört die Landeshauptstadt zu jenen Städten, in denen langfristig Anpassungen erwartet werden. Wenn zu viel Verkaufsfläche vorhanden ist, geraten vor allem schwächere Standortlagen unter Druck.
Während stark frequentierte Einkaufsstraßen und gut positionierte Handelsstandorte stabil bleiben, steigt der Leerstand in kleineren Geschäftsstraßen und Randlagen deutlich. Österreichweit liegt die Leerstandsquote in solchen Zonen bereits bei fast 15 Prozent.
Onlinehandel, steigende Kosten und ein verändertes Konsumverhalten beeinflussen die Entwicklung stark. Konsumausgaben fließen zunehmend in Gastronomie, Freizeitangebote, Fitness oder Dienstleistungen. Händler reagieren darauf, indem sie Filialnetze verkleinern, Standorte modernisieren oder sich auf wirtschaftlich stärkere Lagen konzentrieren.
Leerstehende Geschäftsflächen werden immer häufiger anders genutzt. Ärztezentren, Gastronomie oder Dienstleistungsbetriebe ziehen in ehemalige Verkaufsflächen ein. Dennoch können diese Nutzungen die wegfallenden Handelsflächen oft nicht vollständig ersetzen.
Während einzelne Branchen wie Drogeriemärkte expandieren, mussten zuletzt Möbel-, Mode- und Schuhhändler ihre Filialnetze reduzieren. Gleichzeitig drängen neue Anbieter auf den Markt.
Für Städte wie Klagenfurt bedeutet diese Entwicklung, Handelsflächen gezielter zu nutzen und Standorte weiterzuentwickeln. Gefragt sind attraktive Zentren mit gutem Branchenmix, Gastronomie und Infrastruktur, denn nur belebte Flächen bleiben langfristig wirtschaftlich und lebenswert.
Foto: Mein Klagenfurt