Pressemeldungen Februar 2026
Schlemmen, Beten, Heiraten: Historisches rund um den Fasching
Der Fasching hat in Kärnten eine lange Geschichte. Der Geschichtsverein für Kärnten hat sich mit alten Bräuchen beschäftigt und zeigt, wie vielfältig die närrische Zeit früher war.
Heute gilt der 11. November als fixer Faschingsbeginn. Das ist jedoch eine junge Tradition. Früher begann der Fasching erst nach Maria Lichtmess am 2. Februar und dauerte höchstens drei Wochen. Der genaue Zeitraum richtete sich nach dem Osterdatum.
Schon im Mittelalter wurde Fasching gefeiert. Das Wort taucht im 13. Jahrhundert als „vaschanc“ auf und bezeichnete ursprünglich das Ausschenken eines Fastentranks. Masken, Narrenkleidung und sogar Faschingspredigten gehörten schon damals dazu. Spott und Witz hatten ihren festen Platz. Die heute bekannten Kärntner Faschingsgilden entstanden allerdings erst im 20. Jahrhundert, etwa in Villach, Spittal oder Klagenfurt.
Krapfen und Specknudeln galten als klassische Speisen. Im Lieser- und Mölltal sprach man sogar vom „Specknudelmontag“. In manchen Orten zogen die Menschen mit Musik von Hof zu Hof und wurden bewirtet. Wer ausgelassen wurde, galt als schwer beleidigt. An hohen Festtagen bekamen Dienstboten üppige Menüs, am Faschingsdienstag kamen die in Schweinefett gebackenen Krapfen dazu.
Gleichzeitig war der Fasching eng mit dem kirchlichen Kalender verbunden. Während der Fastenzeit waren Hochzeiten verboten, deshalb wurde im Jänner besonders oft geheiratet. An den eigentlichen Faschingstagen galt Heiraten mancherorts sogar als Unglücksbringer. Wer gegen Fastengebote verstieß, betete am Abend ein Bußgebet. Die Faschingsnacht selbst galt als unheimlich und war mit alten Sagen verbunden.
Und doch wurde der Abschied vom Fasching meist gelassen hingenommen. Nur heiratslustige Dirndln klagten, wenn es wieder nicht geklappt hatte. Ein alter Spruch bringt es auf den Punkt: „O dös liabn Fåschingtåg, kömbts nar båld wiedar …“ – ein liebevoller Seufzer aus einer Zeit, in der der Fasching noch ganz anders erlebt wurde.
Weitere Infos und Buchbestellungen: https://geschichtsverein.ktn.gv.at/
Foto: Kärntner Landesarchiv/Hudelist Christian; Bildquellensammlung