Pressemeldungen Februar 2026
Luft in Klagenfurt belastet: Feinstaub und Stickstoffdioxid über WHO-Richtwerten
Die Luftqualität in Klagenfurt und ganz Kärnten hat sich zwar an die geltenden gesetzlichen Grenzwerte gehalten, aus Gesundheitssicht ist sie aber weiterhin problematisch. Das zeigt eine aktuelle Analyse des VCÖ auf Basis vorläufiger Daten des Umweltbundesamts.
Besonders relevant für Klagenfurt: An den beiden Klagenfurter Messstellen Sterneckstraße und Völkermarkter Straße wurden die WHO-Richtwerte für PM2,5-Feinstaub überschritten. Die höchste Belastung wurde in Klagenfurt in der Sterneckstraße gemessen. Der Jahresmittelwert lag dort bei 11,1 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In der Völkermarkter Straße wurden 10,5 Mikrogramm gemessen. Der WHO-Richtwert liegt bei 5 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Auch der künftig ab 2030 geltende EU-Grenzwert von 10 Mikrogramm wurde an allen drei Messstellen überschritten.
Feinstaub kann schwere Atemwegs-, Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Besonders problematisch ist Ultrafeinstaub, der tief in den Körper eindringen kann.
Dort wurde ein Jahresmittelwert von 20,8 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Der ab 2030 geltende EU-Grenzwert liegt bei 20 Mikrogramm. Der von der WHO empfohlene Richtwert liegt sogar nur bei 10 Mikrogramm.
Auch die Messstelle Klagenfurt Völkermarkter Straße mit 18,5 Mikrogramm und die Sterneckstraße mit 13,4 Mikrogramm lagen über dem WHO-Richtwert.
Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien warnt: „Abgase aus dem Straßenverkehr enthalten gesundheitsgefährliche Schadstoffe wie Ultrafeinstaub und Stickstoffdioxid, die mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden sind. Luftverschmutzung wurde aufgrund der Feinstaubproblematik schon vor fünfzehn Jahren als krebserregend eingestuft. Nicht nur Atemwege und Herz-Kreislauf-System sind betroffen. Zunehmend zeigen sich auch Zusammenhänge mit Schwangerschaftskomplikationen sowie mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems und des Stoffwechsels, wie erhöhtes Demenz- und Diabetesrisiko.“
Auch VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky betont: „Anrainerinnen und Anrainer entlang stark befahrener Straßen sind besonders stark von der Stickstoffdioxid-Belastung betroffen. Um die Stickstoffdioxid-Belastung zu reduzieren, sind eindeutig Maßnahmen im Verkehrsbereich notwendig.“
Sie ergänzt: „Je mehr Schadstoffe in der Luft sind, umso mehr atmen wir ein. Das Risiko schwerer Erkrankungen nimmt vor allem für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu. Deshalb sind verstärkte Maßnahmen gegen Luftverschmutzung umzusetzen. Der Verkehr kann einen großen Beitrag leisten, damit unsere Luft sauberer und gesünder wird.“
Der VCÖ sieht vor allem im Verkehrsbereich großes Potenzial zur Verbesserung. Niedrigere Tempolimits, mehr Mobilitätsmanagement in Unternehmen, mehr Kurzstrecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad sowie eine raschere Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge könnten die Belastung deutlich senken.
Auch wenn die gesetzlichen Grenzwerte im Vorjahr eingehalten wurden, zeigen die Messdaten deutlich, dass die Luft in Klagenfurt aus Gesundheitssicht weiterhin belastet ist. Besonders entlang stark befahrener Straßen bleibt die Schadstoffbelastung ein Thema, das weitere Maßnahmen im Verkehrsbereich notwendig macht.